Sport : Theo Gries beurlaubt

TeBe trennt sich vom Trainer – Aksoy und Raickovic als Nachfolger im Gespräch

Karsten Doneck

Berlin - Die Herren nutzten moderne Kommunikationswege. In einer Telefonkonferenz versuchten Vorstand und Aufsichtsrat zu einer einvernehmlichen Lösung in der Trainerfrage zu kommen. Die Gespräche dauerten nicht lange, dann stand fest: Theo Gries ist als Trainer des Fußball-Oberligisten Tennis Borussia mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Unter ihm hatte die Mannschaft nur neun Punkte aus elf Spielen geholt. Ronald Maschke, Sportlicher Leiter bei TeBe, musste Gries gestern Nachmittag die Entscheidung mitteilen.

Tennis Borussia sucht nun einen Interimstrainer, der die abstiegsbedrohte Mannschaft bis zur Winterpause betreut und im Erfolgsfalle dann weiterverpflichtet wird. Zwei Kandidaten aus den eigenen Reihen stehen in der engeren Wahl: Taskin Aksoy, ehemals Abwehrspieler bei TeBe und jetzt dort Trainer der B-Junioren, sowie Dejan Raickovic, erfahrener Ex-Profi und bis Ende der vorigen Saison Abwehrchef der Borussen.

„Mit Aksoy liegen wir relativ nahe beieinander“, sagt TeBe-Vorsitzender Peter Antony, „es sind aber noch Kleinigkeiten zu regeln.“ Aksoy, so ist zu hören, würde am liebsten gleich bis Saisonende das Training der Oberligamannschaft leiten. TeBe will aber nichts überstürzen. „Wir müssen erst in Ruhe überlegen. Und im Dezember haben wir noch genügend Zeit, um eine längerfristige Lösung zu finden“, sagt Antony.

Theo Gries gehört mit einer fast zweieinhalbjährigen Dienstzeit schon zu den Langzeitarbeitern bei den Tennis Borussen, die bei Trainerrauswürfen in früheren Zeiten alles andere als zimperlich waren. „Die Trennung ist uns nicht leicht gefallen“, betont Antony. Mit Gries, dessen Vertragszeit bei TeBe am 30. Juni 2006 endet, soll nun eine Abfindungszahlung vereinbart werden.

Sowohl in der Mannschaft als auch in Ronald Maschke hatte Gries bis zuletzt Fürsprecher. Und weil Maschke zuletzt von Fans schon mit „Maschke raus“- Rufen angefeindet wurde, sich obendrein vehement für einen Verbleib von Gries bei TeBe einsetzte, sah sich der Sportliche Leiter gestern auch zu ungewöhnlichen Maßnahmen gedrängt. „Ich habe die Vertrauensfrage gestellt“, sagte Maschke. Peter Antony blockte sofort ab. „Herr Maschke steht hier überhaupt nicht zur Debatte.“

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