Sport : Therapie vor dem Tor

Deutsche Wasserballer wahren ihre Chance auf Olympia

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Rio de Janeiro (dpa/Tsp). Hagen Stamm stand zuletzt oft am Beckenrand und konnte nicht begreifen, wie seine Spieler da vor dem Tor des Gegners bei der Chancenverwertung schluderten. Stamm galt zu seiner aktiven Zeit schließlich selbst als einer der besten und torgefährlichsten Angreifer der Welt. Jetzt ist er Bundestrainer der deutschen WasserballNationalmannschaft und als solcher musste er mit ansehen, wie seine Spieler bei der Olympia-Qualifikation in Rio de Janeiro sowohl gegen Kroatien (2:3) als auch gegen Rumänien (2:2) im Offensivbereich teilweise kläglich versagten. Stamm hat der Mannschaft ins Gewissen geredet. Offenbar wurde er erhört. Mit einem 8:3 (2:0, 1:0, 3:2, 2:1) gegen Kanada zog der zweimalige Europameister mit 5:3 Punkten vorzeitig ins Viertelfinale ein. Und Hagen Stamm war die Erleichterung deutlich anzumerken. „Der Patient ist auf dem Wege der Besserung“, stellte der 43-jährige Berliner fest.

Schon der erste Angriff brachte die Deutschen gegen Kanada in Führung. Kapitän Patrick Weissinger vom Deutschen Meister Wasserfreunde Spandau 04 war der Torschütze. „Das war verdammt wichtig für die Psyche“, sagte Stamm. Danach lief es wie geschmiert, die sichere Abwehr ließ sich erst im dritten Viertel erstmals überlisten. Außer Weissinger trafen noch seine Vereinskameraden Thomas Schertwitis (2), Marc Politze und Jens Pohlmann sowie die Uerdinger Tilo Kaiser und Tim Wollthan, zudem auch Tobias Kreuzmann vom ASC Duisburg.

Zum Abschluss der Vorrunde trifft Deutschland an diesem Donnerstag (13.30 MEZ) auf Polen. Für das dann folgende Viertelfinale deutet alles darauf hin, dass entweder die Niederlande oder die Slowakei Kontrahent der Deutschen sein wird. Das Team von Hagen Stamm muss unter den elf Teilnehmern mindestens Dritter werden, um sich für die Spiele in Athen zu qualifizieren. Vor vier Jahren war die Mannschaft in Hannover an der Teilnahme in Sydney gescheitert. Diesmal erhofft sich Hagen Stamm ein besseres Ende für sein Team. Und so lässt er nicht locker, auch nach dem Sieg über den WM-14. Kanada den kritischen Punkt noch einmal hervorzuheben. „Es gab auch in diesem Spiel wieder Chancen, bei denen der Ball einfach drin sein muss“, klagte er.

Stamm weiß, dass im Viertelfinale eine weitere Steigerung seiner Mannschaft notwendig sein wird. „Eigentlich ist in dieser Runde egal, wer der Gegner ist“, hat der Bundestrainer erkannt. „Die sind alle stark.“

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