Thierry Henry beendet seine Karriere : Zauberer, Betrüger, Egoist

Der ehemalige französische Fußball-Nationalspieler Thierry Henry hat seine Karriere beendet. Der 37 Jahre alte Ausnahmestürmer werde nach London zurückkehren und fürs Fernsehen arbeiten. Die Würdigung einer Legende.

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Arsenals Rekordtorschütze Thierry Henry erzielte in 369 Pflichtspielen für die Engländer 226 Tore.
Arsenals Rekordtorschütze Thierry Henry erzielte in 369 Pflichtspielen für die Engländer 226 Tore.Foto: Imago

Thierry Henry spielte seit vier Jahren im relativen Niemandsland des US-Fußballs. Trotzdem fließen nach seinem offiziellen Rücktritt aus dem Profifußball die Tränen und die Würdigungen – vor allem in England.

Der 37 Jahre alte Franzose war Symbol des neuen Kosmopolitismus der englischen Premier League. 1999 bis 2007 spielte er für den FC Arsenal unter Arsene Wenger. Zuvor, bei Juventus Turin, hatte Henry als Rechtsaußen enttäuscht; bei Arsenal machte Wenger ihn zum besten Stürmer des Landes. Neben Dennis Bergkamp, Robert Pires und Patrick Vieira war er Teil einer internationalen Mannschaft, die die brutale Dominanz von Manchester United angreifen wollte.

Thierry Henry wurde bei Arsenal zum Vereinsrekordtorschütze und gewann mehrere Titel. Obwohl er seine größten Erfolge, den WM-Titel 1998 und den Champions-League-Sieg 2009, nicht als Arsenal-Spieler feierte, bleiben vor allem die bezaubernde Aktionen im rot-weißen Trikot der Gunners in Erinnerung. Charmanter als Cristiano Ronaldo, cooler als Lionel Messi, menschlicher als beide: Henrys Tore machten Spaß, sowohl für ihn als auch für den Zuschauer – ob Arsenal-Fan oder nicht.

Auch seine berüchtigte Arroganz war unterhaltsam. 2006 geriet er in die Kritik, nachdem er mit Robert Pires einen Trick ausprobierte. Vom Elfmeterpunkt sollte Pires statt eines Torschusses einen Kurzpass an Henry spielen. Der Trick funktionierte nicht, der damals noch kleine Gegner Manchester City fasste es als Beleidigung auf. Schlimmer war da noch Henrys absichtliches Handspiel, das Frankreich die Qualifikation für die WM 2010 sicherte – auf Kosten von Irland.

Dies scheint nun alles vergeben und vergessen. Ob Betrüger, Zauberer oder Egoist – Thierry Henry ist eindeutig eine Legende des modernen Fußballs. So feiert man ihn heute auf der Insel.

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