Sport : Thunder muss umziehen

NFL Europe droht Berlins Footballteam mit Lizenzentzug

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Von Ingo Wolff

Berlin. Im Schatten der Entscheidung über den Verbleib des Istaf in der Golden League droht auch Berlin Thunder die Verbannung aus der Liga. Das Footballteam soll nach dem Willen der NFL Europe in der kommenden Saison vom Jahn- ins Olympiastadion umziehen, ansonsten verliert das Team die Konzession, und die Lizenz wird in eine andere Stadt vergeben. Das hat die Ligaführung der Berliner Teamführung vorige Woche mitgeteilt. Hintergrund ist die unzureichende Wirtschaftlichkeit im Jahnstadion.

Bis Montag hat General Manager Michael Lang nun Zeit, mit dem Senat, Hertha BSC und der Firma Walther Bau, den Betreibern des Olympiastadions, über den Umzug zu verhandeln. Doch das wird nicht ganz leicht. „Vom Vertrag her, ist das derzeit nicht möglich“, sagt Stadionverwalter Peter Schließer und verweist auf einen Nutzungsvertrag zwischen Walther Bau und dem Senat. Doch er glaubt, dass der verhandelbar ist.

Doch wohl nicht vor dem 7. Oktober. Erst dann kommt Hans-Wolf Zopfy, der Projektleiter des Bauunternehmes aus dem Urlaub. Trotzdem haben sich Lang und Schließer gestern mit zwei Vertretern der Ligaführung, die extra nach Berlin angereist waren, schon einmal zusammengesetzt. Denn das Wohlwollen beim Senats besteht, bestätigt Schließer. „Auch mit Hertha sind wir uns im Prinzip einig“, sagt Thunders Pressesprecher Frank Weiß. Das größte Problem war bisher die Rasenbemalung, doch man hat neue Farbe getestet, die keine Spuren hinterlassen soll. Wegen der positiven Signale wird das Ultimatum wohl auch nicht restriktiv umgesetzt und bis zu Zopfys Rückkehr gewartet.

Im Prinzip rennt die NFL Europe bei Thunder auch offene Türen ein, denn Lang hat schon in den Jahren zuvor von einem Umzug gesprochen. Eigentlich sollte es nach seinen Wünschen schon 2001 soweit sein. Doch damals scheiterte Lang an den Terminplänen der Liga und konnte nicht wie geplant im Olympiastadion spielen, „trotz großer Unterstützung von Hertha BSC und dem Senat“.

Der Manager hofft nach dem Umzug auf 20 000 Zuschauer pro Spiel. Das wären fast doppelt soviele wie im Jahnstadion. Lang baut dabei vor allem auf eine bessere Parkplatzsituation und ein größeres Zuschauerpotenzial in den Westbezirken Berlins. Unterstützen will er das Vorhaben mit Aktionen wie Rockkonzerten vor den Spielen.

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