Sport : Thunder träumt vom World Bowl

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Glasgow (Tsp). Die Macher der europäischen Footballliga werden sich die Hände reiben. Die Dramatik in der NFL Europe hätte vor dem letzten Spieltag nicht größer sein können. Die Entscheidung, wer denn nun in den World Bowl 2002 am 22. Juni im Düsseldorfer Rheinstadion einziehen wird, fällt erst am zehnten und letzten Spieltag. Nachdem Berlin Thunder in Glasgow gegen die Scottish Claymores mit 24:23 (0: 6, 10:7, 0:10, 14:0) gewann, ist der Kampf um den zweiten Platz im Endspiel wieder offen und fällt im Spiel zwischen Frankfurt Galaxy und Berlin Thunder. Showdown ist am kommenden Samstag um 18 Uhr im Berliner Jahnstadion. Die Berliner müssen mit vier Punkten Unterschied gewinnen, wenn sie wie im Vorjahr ins Finale einziehen wollen.

Die letzten Spieltage wirken aus Berliner Sicht wie gemalt. Niemand außer dem nimmermüden Optimisten, dem Berliner Headcoach Peter Vaas, hatte eigentlich noch damit gerechnet: Berlin Thunder zieht in den World Bowl ein und verteidigt als erstes Team überhaupt seinen Titel. Niemand hatte nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen noch damit gerechnet, dass der Titelverteidiger ernsthaft in den Kampf um die beiden Finalplätze würde eingreifen können. Erst eine Serie von fünf Siegen bei nur einer Niederlage eröffnet dem Team nun die Möglichkeit, am kommenden Samstag vor eigenem Publikum alles selbst zu entscheiden. Nicht mehr nur auf Schützenhilfe angewiesen zu sein, auch wenn gerade die anderen Spiele in den vergangenen Wochen häufig für Thunder ausgegangen sind.

So auch am Samstag im Rheinstadion. Da standen sich die beiden in dieser Saison fast schon enteilten Teams Frankfurt Galaxy und Rhein Fire Düsseldorf gegenüber. Der Publikumsliebling der Liga und der Gastgeber des World Bowls. Beide benötigten nur noch einen Sieg, um sicher dabei zu sein. Rhein Fire gab eine kleine Kostprobe für das Finale und gewann vor 58 000 Zuschauern mit einem für den Football untypischen Ergebnis von 3:0. Frankfurt muss nun zittern.

Den entscheidenden Teil dieser unglaublichen Geschichte schrieb Thunder selbst, vor 11 722 Zuschauern im Hampden Park in Glasgow. Im gesamten Spiel gingen die Berliner nur einmal kurz im zweiten Viertel in Führung. Doch im Gegensatz zu vielen Saisonspielen vorher behielten die Footballer um Quarterback Todd Husak die Nerven. Ein 9-Yard-Pass von Husak auf Dane Looker nutzte dieser zum Touchdown. Eine Übergabe durch Husak auf Anthony White ermöglichte den entscheidenden Ein-Yard-Lauf in die Endzone. Beide Spielzüge im Schlussviertel brachten den Erfolg. Die Berliner Punkterfolge vor der Pause hatten Danny Boyd mit einem Fieldgoal und Anthony White mit einem Zwei-Yard-Lauf und abschließendem Touchdown erzielt.

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