Sport : Thunders Nachhall

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Von Ingo Wolff

Düsseldorf. Alles haben die Düsseldorfer gegeben, um ihrem Rheinstadion einen würdigen Abschied zu gönnen. Im letzten Spiel in der Traditionsarena kamen 53 109 Zuschauer mit einer Mischung aus rheinischem Karneval und amerikanischer Konfettiparade schon lange vor dem zehnten World Bowl in Stimmung. Mit einheizenden Showeinlagen und gleißender Pyrotechnik sollte es für die Düsseldorfer Fans während des Endspiels der europäischen Footballliga eine große Party werden. Doch das Jubiläumsfinale wurde eine Inszenierung ohne Happy End. Rhein Fire musste sich dem Vorjahressieger Berlin Thunder mit 20:26 (0:13, 0:7, 7:3, 13:3) geschlagen geben. Die Berliner sind damit die Ersten in der NFL Europe, die den Titel erfolgreich verteidigten.

Noch beeindruckender war aber die Art, in der Thunder die schwere Glaskugel gewann. Nicht nur, dass Headcoach Peter Vaas sein Team nach drei Niederlagen zum Saisonstart noch motivieren konnte. Beeindruckend war auch die Manier, in der die Berliner den Gastgeber zeitweise regelrecht deklassierten. Einen Gegner, gegen den sich Thunder zweimal in der regulären Saison hatte geschlagen geben müssen.

Die Taktik lautete: druckvolle Offensive gegen die zweitstärkste Abwehr der Saison. Und so begann Thunder das Spiel, das in die gesamten USA live übertragen wurde, furios. Gleich im ersten Spielzug fing Ontei Jones einen Pass der Düsseldorfer ab und bereitete damit das erste Fieldgoal durch Danny Boyd vor. Kurz darauf schickte Quarterback Todd Husak mit einem langen Pass Dane Looker in die Endzone zum ersten Touchdown, und noch im ersten Viertel erhöhte Axel Kruse mit dem zweiten Fieldgoal zum 13:0 – wieder entstanden aus einem abgefangenen Pass. Düsseldorfs Abwehr sah ausgesprochen schlecht aus gegen die stärkste Offensive der Liga. Doch damit war der Schreck für die Düsseldorfer Fans noch nicht vorbei. Zwei Minuten vor der Halbzeit landete Touchdown Nummer zwei in Düsseldorfs Endzone. Wieder fing Looker einen Kurzpass von Husak.

Zur Pause kippte die ausgelassene Stimmung der Fans. Mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedeten sie ihre Stars. Die machten es ab dem dritten Viertel noch einmal spannend. Tony Taylor gelang der erste Touchdown für Rhein Fire und Scott Cloman im letzten Viertel der zweite Lauf in die Endzone. Kurz vor dem Ende trieben die Fans ihre Spieler in einen Angriffsrausch. Quarterback Tee Martin bedankte sich mit dem letzten Touchdown, Kicker Manfred Burgsmüller machte den letzten Punkt in seinem letzten Spiel – doch es reichte nicht mehr.

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