THW Kiel : Neue Details in der Betrugsaffäre

Der Gesellschafter des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, hat neue Details zu den Bestechungsvorwürfen um Rekordmeister THW Kiel genannt.

 Der Hamburger Morgenpost schilderte der 39-Jährige Gespräche mit dem Hauptbeschuldigten und zurückgetretenen THW-Manager Uwe Schwenker sowie dem ehemaligen THW-Trainer Noka Serdarusic. Beide hätten Nielsen gegenüber Bestechungen eingeräumt. Serdarusic habe
auch die Absicht gehabt, nach seiner Entlassung Schwenker "aus Rache“ mit belastenden Kontoauszügen zu erpressen. Das Ausmaß der
Manipulation sei sehr hoch: 22 von 25 internationalen Schiedsrichtern seien käuflich, will Nielsen von Serdarusic erfahren haben.

Der Däne sagte in dem Interview weiter, er habe von der Manipulation erstmals Ende Januar, kurz vor dem WM-Finals 2009 gehört. Er hätte Schenker noch in der Nacht zur Rede gestellt und später Serdarusic, der zu dem Zeitpunkt Trainer bei den Rhein-Neckar Löwen war.

Gegen Schwenker, Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic und dessen Bekannten Nenad Volarevic ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der Untreue und des Betrugs. Dem Verein wird vorgeworfen,  mindestens zehn Spiele in der Handball-Champions-League durch Schiedsrichterbestechungen manipuliert zu haben. Schwenker bestreitet die Vorwürfe. Den Führungsgremien des THW hat der 50-Jährige bislang jedoch keine Begründung für ungeklärte Bargeldabhebungen in Höhe von mehr als 100.000 Euro gegeben. Schwenker ist zwar nach wie vor in der Halle, arbeitet bis zum Sommer aber nur noch im Hintergrund. 

Aktuell trennt den THW Kiel nur noch ein Punkt vom vorzeitigen Gewinn des 15. deutschen Meistertitels . Die Norddeutschen, die in dieser Saison alle Rekorde brechen und in 28 Partien keine Niederlage einsteckten, können am Sonntag beim TBV Lemgo zum fünften Mal in Serie Meister werden. Doch nach Feiern ist den Ausnahme-Handballern nicht zumute. (sp/dpa)


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