Sport : THW Kiel siegt und verliert Karabatic

Hamburg - Der Auftaktsieg in der Champions League hat bei Titelverteidiger THW Kiel nur Frust ausgelöst. Zwar gewann der Deutsche Meister beim französischen Vertreter Montpellier HB mit 34:32 (20:12), doch verlor er dabei seinen Ausnahme-Handballer Nikola Karabatic. Der als „bester Handballspieler der Welt“ verehrte Franzose erlitt ausgerechnet in der Partie gegen seinen Heimatverein eine schwere Schulterverletzung. Das Ausmaß kann erst am Montag bei einer Kernspintomographie ermittelt werden. Im schlimmsten Fall droht dem Nationalspieler eine sechsmonatige Pause.

„Unter diesen Umständen hätte ich lieber verloren“, kommentierte THW-Trainer Zvonimir Serdarusic den Pyrrhussieg mit todtrauriger Miene. Dem gebürtigen Bosnier gehen auf der linken Rückraumposition die Spieler aus. Wenige Tage zuvor wurde der tschechische Weltklassespieler Filip Jicha am Meniskus operiert; mindestens vier Monate steht er nicht zur Verfügung. „Wir wussten, dass es hier hart und brutal zugeht. Wir wollten eigentlich nur gesund nach Hause kommen“, meinte THW-Manager Uwe Schwenker.

Wie schwer der Ausfall von Karabatic wiegt, wurde sofort deutlich. Mit ihm erteilte Kiel den Franzosen, die seit 1999 ohne Heimniederlage in der Champions League waren, eine Lektion. Ohne ihn retteten sich die fortan weniger kreativen Kieler in der zweiten Halbzeit ins Ziel – vor allem dank des überragenden Thierry Omeyer im Tor, der 21 Würfe parierte. „In der ersten Halbzeit haben wir den Kieler Stars bei der Arbeit zugesehen“, bekannte Montpelliers Joel Abati. dpa

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