Ticker Sport Terror in Paris : Nationalspieler Diarra trauert um seine Cousine

Stellungnahme des DFB, Schweigeminute bei den BR Volleys und ein Abschiedsspiel auf Schalke. Der Sport und der Terror - die Ereignisse zum Nachlesen im Ticker.

Die Cousine von Frankreichs Nationalspieler Lassana Diarra (hinten, gegen Mario Gomez) wurde bei den Anschlägen in Paris getötet. Foto: dpa
Die Cousine von Frankreichs Nationalspieler Lassana Diarra (hinten, gegen Mario Gomez) wurde bei den Anschlägen in Paris getötet.Foto: dpa

Frankreichs Nationalspieler Diarra trauert um seine bei den Anschlägen in Paris ermordete Cousine, DFB-Interimschef Rainer Koch möchte am Dienstag gegen die Niederlande spielen lassen, das Abschiedsspiel für Gerald Asamoah auf Schalke fand statt. Wie der Sport unter den Eindrücken des Terrors von Paris stand, können Sie hier im Ticker nachlesen.

22.00 Abschiedsspiel mit Trauerflor. Eigentlich sollte es ein durch und durch fröhlicher Abend werden, doch die Ereignisse vom Vorabend lagen wie ein Schatten auf dem Abschiedsspiel des früheren Nationalspielers Gerald Asamoah in der Arena Auf Schalke. Vor dem Anpfiff wandte sich Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies an die Zuschauer in der ausverkauften Arena. Er berichtete, dass man sehr mit der Frage beschäftigt gewesen sei, "ob ein solches Spiel überhaupt stattfinden darf". Man habe sich dafür entschieden, denn: "Wir kapitulieren nicht vor Terroristen." Vor dem Anpfiff des Spiels, bei dem die Nationalspieler Manuel Neuer und Leroy Sané fehlten, gab es eine Schweigeminute. Die Spieler trugen Trauerflor.

"Mir ist nicht zum Feiern zumute, aber wir werden heute spielen, weil wir zeigen wollen, dass wir uns NICHT von Terroristen unterkriegen lassen", kommentierte Asamoah via Twitter und betrat den Rasen vor den Anpfiff demonstrativ mit einer Frankreich-Flagge. Die "Schalke 04 All Stars" besiegten die "Asa All Stars" am Ende mit 5:4. Asamoah spielte für beide Teams und erzielte drei Tore - sein achtjähriger Sohn Jaden traf am Ende zweimal.

19.30 Uhr: Cousine von Nationalspieler Diarra bei Terroranschlägen getötet. Der französische Fußball-Nationalspieler Lassana Diarra trauert laut dpa um eine bei den Terrorakten in Paris getötete Cousine. Der 30 Jahre alte Profi von Olympique Marseille wandte sich am Samstagabend mit einer Botschaft via Twitter und Facebook an seine Fans und bestätigte die schreckliche Nachricht. Mit schwerem Herzen ergreife er das Wort, schrieb Diarra. Seine Cousine sei für ihn ein Bezugspunkt gewesen, eine große Schwester.

„In diesem Klima des Terrors ist es für uns alle wichtig, die wir dieses Land mit seiner Vielfältigkeit repräsentieren, das Wort zu ergreifen und vereint zu bleiben gegen einen Horror, der weder Farbe noch Religion hat“, schrieb Diarra. „Lasst uns alle zusammen die Liebe verteidigen, den Respekt und den Frieden.“

Bei welchem der Anschläge am Freitag an insgesamt sechs Orten in Paris und dem Vorort Saint-Denis, wo Diarra mit der Nationalmannschaft mit 2:0 gegen Weltmeister Deutschland gewonnen hatte, seine Cousine zum Opfer der Attentäter wurde, präzisierte Diarra nicht.

19.00 Uhr: Schweigeminute vor Volleys-Spiel. Kurz vor Beginn den BR Volleys gegen Düren in der Volleyball-Bundesliga sagt Hallensprecher Karsten Holland: Die Volleys hätten sich eigentlich dem Volleyball-Entertainment verschrieben, heute wolle man dies etwas gedämpfter tun. Dann bedankt er sich beim Publikum. „Danke, dass Sie gekommen sind und zeigen, dass wir keine Angst haben.“ Es folgt eine Schweigeminute. Dürens Spieler halten eine französische und eine deutsche Flagge in den Händen. Der französische Volleys-Profi Nicolas Le Goff blickt währenddessen auf den Boden – und erzielt danach im Spiel den ersten Punkt für die Berliner.

Gerald Asamoah freut sich auf sein Abschiedsspiel - trotz allem. Foto: dpa
Gerald Asamoah freut sich auf sein Abschiedsspiel - trotz allem.Foto: dpa

18.30 Uhr: 60.000 Zuschauer bei "ASA seine letzte Schicht". Die Fans verabschieden jetzt Gerald Asamoah auf Schalke. Das Stadion ist tatsächlich voll, so wie es sich der frühere Nationalspieler gewünscht - auch als Zeichen für Paris und gegen den Terror.

18.00 Uhr: "Ein dumpfer Knall, der alles verändert hat". Stefan Hermanns und Michael Rosentritt fassen noch einmal die Ereignisse rund um das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland zusammen. Fußball in Zeiten des Terrors.

17.40 Uhr: ATP verstärkt Sicherheitsmaßnahmen vor Tennis-World-Finals. Einen Tag vor Beginn der World Tour Finals in London hat die Tennis-Profispielerorganisation ATP verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Nach den Terroranschlägen von Paris habe man weitere Schritte unternommen, um die Sicherheit von Spielern und Zuschauern gewährleisten zu können, teilte die ATP am Samstag mit. Vor dem Eintritt in die Halle sollen beispielsweise alle Taschen nach verbotenen oder gefährlichen Mitteln durchsucht werden.

16.30 Uhr: French Open im Taekwondo abgesagt. „Heute hat die Sicherheit der Teilnehmer, Zuschauer, Offiziellen und Freiwilligen Vorrang“, sagte Denis Odjo, Präsident des Französischen Taekwondo-Verbandes, am Samstag. Wegen der Verhängung des Ausnahmezustandes ist die Halle Carpentier, in der das Turnier an diesem Wochenende stattfinden sollte, geschlossen worden.

16.15 Uhr: Thomas Bach verurteilt Anschläge. IOC-Präsident Thomas Bach hat die Terroranschläge in Paris als „barbarische und feige Taten“ verurteilt. „Dies ist nicht nur ein Angriff auf die Menschen in Frankreich und Paris, dies ist ein Angriff auf die Menschheit und alle humanitären und olympischen Werte“, betonte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees am Samstag in einer IOC-Mitteilung. Er habe dem französischen Präsidenten François Hollande ein Kondolenzschreiben geschickt und angeordnet, die olympische Fahne auf halbmast zu setzen. „Heute werden alle wohlwollenden Menschen sagen: Wir sind alle Franzosen.“

16.00 Uhr: Asamoah-Abschiedsspiel findet statt. Um 18.30 Uhr wird in der Arena auf Schalke wie geplant das Abschiedsspiel für Gerald Asamoah stattfinden. Der frühere Nationalspieler erklärte via Twitter, warum man sich entschieden habe, die Partie trotz der Ereignisse von Paris auszutragen:

15.45 Uhr: Fifa drückt Mitgefühl aus. In Briefen an die Spitzen des deutschen und des französischen Fußballverbandes hat FIFA-Interimspräsident Issa Hayatou seine Anteilnahme nach den Angriffen am Stade de France ausgedrückt. „Mit Bestürzung und schockiert haben wir von den schrecklichen Terroranschlägen, welche sich gestern in Paris und in der Nähe des Stade de France während des Spiels Frankreich-Deutschland ereignet haben, Kenntnis nehmen müssen“, hieß es in dem Schreiben des Kameruners am Samstag. Er drücke „allen Mitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes sowie allen Fans, welche im Stadion anwesend waren, die Solidarität der internationalen Fußballgemeinschaft“ aus, schrieb Hayatou an das DFB-Präsidium. In dem Schreiben an den französischen Verbandschef Noël Le Graët betonte Hayatou zudem sein Mitgefühl mit den Familien der Opfer der Terroranschläge in Paris.

15.30 Uhr: Stellungnahme der Fußball-Nationalmannschaft im Wortlaut. "Wir sind nach Paris gekommen, um das zu tun, was uns alle verbindet. Fußball zu spielen, miteinander, gegeneinander, in Freundschaft. Um gemeinsam mit den Fans einen schönen Abend zu erleben, sportlich ehrgeizig, aber vor allem friedlich und fair. Wir haben uns auf das Stade de France gefreut, auf einen Fußballabend, der für uns alle in einem Alptraum endete. Es war ein dumpfer Knall, der alles verändert hat. Und der die Bilder gebracht hat, die uns noch lange begleiten werden. Wir haben die Nacht im Stadion viel nachgedacht. Wir haben uns gefragt, warum so etwas passieren kann? Wie so viel Unmenschlichkeit möglich ist? Antworten haben wir viele gefunden, aber keine, die diese feigen Anschläge erklären kann. Wir haben am Freitag ein Fußballspiel verloren - und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war."

Der Sport trauert mit den Opfern der Terroranschläge - und weiß im Moment nicht so recht, wie es weitergehen soll. Foto: AFP
Der Sport trauert mit den Opfern der Terroranschläge - und weiß im Moment nicht so recht, wie es weitergehen soll.Foto: AFP

15.15 Uhr: Schweigeminute beim GP von Brasilien. Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hat sich von den Terrorangriffen von Paris tief schockiert gezeigt. „Wir leben in einer bösen Welt mit bösen Menschen“, sagte der 85-Jährige am Samstag im Fahrerlager von São Paulo. Eine geeignete Maßnahme, den Opfern und Hinterbliebenen Ehre zu erweisen, gebe es nicht. „Was auch immer wir sagen, wird die Menschen nicht zurückbringen.“ Auch der französische Automobil-Weltverbandschef Jean Todt reagierte extrem betroffen. „Die ganze Welt kann nur schrecklich geschockt sein über das, was passiert ist“, sagte Todt. Nach Angaben eines Sprechers des Automobil-Weltverbands FIA ist vor dem Grand Prix am Sonntag eine Schweigeminute geplant.

15.00 Uhr: Handball-Europapokalspiel in Montpellier soll stattfinden. Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen wird trotz der Terrorattacke in Paris an diesem Sonntag sein Spiel in der Champions League bei Montpellier HB bestreiten. Das teilte der Tabellenführer am Samstag auf seiner Homepage mit. „Nach Rücksprache mit der EHF und natürlich mit Montpellier HB werden wir uns heute auf den Weg nach Frankreich machen - mit einem mulmigen Gefühl, aber auch mit der Gewissheit, dass es irgendwie weitergehen muss“, hieß in der Mitteilung. Und weiter: „Unsere Gedanken sind ohnehin dort: #NousSommesUnis“.

Laut einem Bericht in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Mannheimer Morgen“ hätten Spieler und Trainer eine Absage des Spiels erwartet. „Wir sind ein bisschen überrascht, dass dieses Spiel stattfindet. Aus Respekt vor den Opfern hätte ich es besser gefunden, an diesem Wochenende nicht zu spielen“, sagte der dänische Coach Nikolaj Jacobsen. Spielmacher Andy Schmid erklärte: „Ich finde das nicht richtig. Man reist nicht in ein Land, in dem ein Ausnahmezustand verhängt wurde. Und an Sport ist nicht zu denken. Mit einem guten Gefühl reisen wir nicht dorthin.“

14.50 Uhr: Frankreich spielt gegen England. Das Testspiel von EM-Gastgeber Frankreich am kommenden Dienstag im Londoner Wembley-Stadion gegen England soll trotz der Terrorattacken von Paris ausgetragen werden. Das berichtete die Sportzeitung „L'Équipe“ auf ihrer Internetseite mit Berufung auf den Französischen Fußballverband FFF. Nur im Falle einer konträren Entscheidung der Sicherheitsbehörden müsste die Partie ausfallen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte nach der Rückkehr aus Paris angekündigt, am Sonntag eine Entscheidung über die Austragung seines Heimspiels gegen die Niederlande am Dienstag in Hannover treffen zu wollen. Die Verbandsführung wollte auch die Entscheidung der französischen Funktionärskollegen abwarten. Es ist zu erwarten, dass sie den eigenen Entscheidungsprozess beeinflusst. Die Interimsspitze mit Reinhard Rauball und Rainer Koch hatte sich bereits am Samstagvormittag für ein Festhalten an dem Spiel ausgesprochen.

14.00 Uhr: Sportstars zeigen sich geschockt: "Diese Welt ist jetzt wirklich beschissen", sagte Mats Hummels nach den Terroranschlägen. Wie seine Kollegen aus der Nationalmannschaft und weitere Sportstars auf den Pariser Attacken reagierten, lesen Sie hier.

13.30 Uhr: Sorge um EM-Endrunde wächst. In vier Wochen soll in Paris die Auslosung für die EM-Endrunde im kommenden Jahr in Frankreich stattfinden. Im Moment ist an ein fröhliches Fußball-Fest nicht zu denken, trotzdem hält die Uefa an ihren Plänen fest.

13.05 Uhr: Der Fußball in Berlin trauert. Eigentlich wollte der Berliner Fußball-Verband (140.000 Mitglieder; 400 Vereine) am Samstag feiern. Vor 25 Jahren wurden der Ost- und Westverband vereint. Frank Henkel, der auch Sportsenator ist, sagt: "Dieser Terrorakt sprengt unsere Vorstellungskraft und hat uns alle mitten ins Herz getroffen." Auf den Fußballplätzen gibt es Schweigeminuten - etwa bei Eintracht Südring gegen Polonia an der Kreuzberger Gneisenaustraße. Gerd Liesegang, Vizepräsident des Fußballverbandes, sagt: "Wir machen weiter und lassen uns nicht einschüchtern. Es ist Pokalwochenende und jedem steht es frei, Gedenkminuten zu halten."

12.45 Uhr: Bislang keine Absagen in Berlin. Am Sonntag soll das Basketballspiel zwischen Alba und dem FC Bayern München in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin-Friedrichshain stattfinden. Über eine Absage wurde bislang nicht diskutiert; auch über erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wird nicht gesprochen. Offiziell heißt es nur vom Anschutz-Konzern, dem die Arena gehört: "Wir stehen unabhängig von aktuellen Ereignissen in engem Kontakt mit allen Sicherheitsbehörden und auch mit unserer Partner-Arenen auf der ganzen Welt."

12.15 Uhr: DFB-Interimschef Rainer Koch gegen Absage des Spiels gegen Niederlande: Nach Ligapräsident Reinhard Rauball hat sich auch sein Kollege als DFB-Interimschef, Rainer Koch, für eine Austragung des Testländerspiels der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag gegen die Niederlande in Hannover ausgesprochen. "Natürlich haben wir bei allem die Vorgaben der Sicherheitsbehörden zu beachten. Grundsätzlich sehe ich den DFB und die Nationalmannschaft aber auch in der gesellschaftspolitischen Verantwortung, das klare Zeichen auszusenden, dass unser Rechtsstaat dem Terror nicht weichen darf", sagte Koch am Samstag nach der Rückkehr der DFB-Auswahl aus Paris. "Eine finale Entscheidung über die Austragung des Spiels werden wir morgen gemeinsam treffen", betonte Koch.

11:30 Uhr: DFB sagt Programm für Sonntag ab: Der Deutsche Fußball-Bund hat die für Sonntag geplanten Aktivitäten in Hannover ab. Dort soll die Weltmeister-Auswahl am Dienstag in einem weiteren Testländerspiel auf die Niederlande treffen. Ob das Spiel stattfindet, ist noch offen. Der DFB kündigte weitere Informationen im Laufe des Samstags an. Auf seiner Internetseite schrieb der Verband unter der Überschrift „#NousSommesUnis“ auf schwarzem Hintergrund: „Wir sind vereint: Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen von Paris.“ Ligapräsident und DFB-Interimschef Reinhard Rauball sprach sich jedoch gegen eine Absage der Partie gegen die Niederländer aus. „Es gibt noch keine Entscheidung, aber ich bin dafür, dass gespielt wird“, sagte Rauball der Deutschen Presse-Agentur und ergänzte: „Man darf denen, die uns das angetan haben, nicht den Triumph gönnen.“

10.05 Uhr: DFB-Elf in Frankfurt gelandet: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach einem knapp einstündigen Flug wieder zurück in Deutschland. Um kurz vor zehn Uhr landete die Delegation mit Bundestrainer Joachim Löw und der DFB-Auswahl am Samstag wohlbehalten in Frankfurt am Main. Die Spieler reisten anschließend in ihre Heimatorte weiter. Eine Entscheidung darüber, ob das nächste Testländerspiel am Dienstag in Hannover gegen die Niederlande stattfindet, stand noch aus.

Den Liveticker zu den aktuellen Geschehnissen um die Attentate in Paris können Sie hier noch einmal nachlesen.

Den Liveticker zu den Ereignissen aus der Nacht zum Samstag finden Sie hier.

Wie Berlin auf den Terror in Paris reagiert, lesen Sie an dieser Stelle.


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