Update

Time to say tschüs : Per Mertesacker tritt aus DFB-Team zurück

Per Mertesacker tritt aus dem deutschen Fußball-Nationalteam zurück. Nach Philipp Lahm und Miroslav Klose ist der 29 Jahre alte Abwehrspieler des FC Arsenal der dritte Spieler aus der Weltmeistermannschaft, der seinen Rücktritt erklärt

von
Per Mertesacker bestritt für die DFB-Auswahl 103 Spiele und erzielte dabei vier Tore.
Per Mertesacker bestritt für die DFB-Auswahl 103 Spiele und erzielte dabei vier Tore.Foto: dpa

Bundestrainer Joachim Löw muss den nächsten Rücktritt eines Weltmeister verkraften. Nach Philipp Lahm und Miroslav Klose verabschiedet sich auch Per Mertesacker aus der Nationalmannschaft. „In erster Linie ging es für mich darum, nach zehn Jahren das Ende dieses Kapitels selbst zu bestimmen“, erklärte der 29-Jährige seinen Entschluss in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Ein späteres Comeback im Notfall schließt der Profi des FC Arsenal aus.

Mertesacker bestritt ein Länderspiel mehr als Franz Beckenbauer

„Einen Rücktritt vom Rücktritt wird es nicht geben“, sagte er in einem Interview des ZDF, das am Samstag ausgestrahlt wird. Er habe den Entschluss auch mit seiner Familie abgestimmt. „Mir war immer wichtig, dass ich zu einer erfolgreichen Zeit aufhöre, und das ist mit dem Gewinn des WM-Titels gegeben“, erklärte er. „Wir haben als Mannschaft Großes bewegt.“ In Brasilien hatte er nach dem Achtelfinale seinen Stammplatz verloren, im Finale wurde er in der 120. Minute eingewechselt, insgesamt stand er in sechs der sieben WM-Spiele auf dem Rasen.

104 Länderspiele hat Mertesacker bestritten, eins mehr als Franz Beckenbauer. Nur sieben Spieler liefen öfter im DFB-Trikot auf. Der WM-Titel sei ein „goldener Abschluss“ seiner Karriere in der Nationalmannschaft gewesen.

Der Verteidiger will sich in Zukunft ganz auf die englische Liga konzentrieren. „Ich will mit dem FC Arsenal Meister werden, eventuell auch in der Champions League angreifen“, sagte er.

Heute beginnt die neue Premier-League-Saison

In der Premier League wird es dies Jahr tatsächlich Spannung geben, zumindest im Titelkampf mit viel Superlativen. Die am aggressivsten vermarktete Fußballliga der Welt beginnt am Samstag ihre Saison.

Bei Arsenal ist Mertesacker zum Vize-Kapitän aufgestiegen. Er, Mesut Özil und Lukas Podolski kehren nach dem Urlaub zu einem selbstbewussten Team zurück, das mit dem FA-Cup nicht nur endlich wieder einen Titel gewonnen hat, sondern durch die Verpflichtung von Alexis Sanchez auch an Qualität. Das neue Selbstvertrauen könnte entscheidend sein. In den letzten Jahren scheiterte Arsenal in den großen Spielen immer wieder an Selbstzweifeln. Das Problem scheint behoben, die Londoner besiegten Meister Manchester City im Community Shield 3:0.

Als Favorit im Titelrennen wird aber der FC Chelsea mit Weltmeister André Schürrle gesehen. Mit Cesc Fabregas und Diego Costa hat sich das Team von José Mourinho deutlich verstärkt. Bei Manchester United wird Louis van Gaal unheimlich vergöttert, aber ob er allein für den Erfolg reicht lässt sich bezweifeln. Titelverteidiger Manchester City gilt neben Chelsea als großer Favorit. Ihre Herausforderer sind in dieser Saison jedoch stärker – und bloß das verspricht eine spannende Spielzeit, nicht für Mertesacker. (mit dpa)

Autor

3 Kommentare

Neuester Kommentar