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"Timing ist nicht gut für mich" : Michel Platini zieht Kandidatur als Fifa-Präsident zurück

Der von der Ethik-Kommission des Weltverbandes für acht Jahre gesperrte Michel Platini will nicht bei der Wahl zum neuen Fifa-Präsidenten im Februar antreten. Das bestätigte der 60 Jahre alte Franzose am Donnerstag der US-Nachrichtenagentur AP.

Michel Platini zieht seine Kandidatur zurück.
Michel Platini zieht seine Kandidatur zurück.Foto: dpa

Michel Platini zieht seine Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten als Nachfolger von Joseph Blatter zurück. Das bestätigte der ohnehin für acht Jahre gesperrte Präsident der Europäischen Fußball-Union am Donnerstag der Sportzeitung „L'Équipe“ und der US-Nachrichtenagentur AP.

„Ich kann nicht mehr, ich habe weder die Zeit noch die Mittel, die Wahlberechtigten zu sehen, Leute zu treffen, mich mit den anderen (Kandidaten) zu messen“, sagte der 60 Jahre alte Franzose „L'Équipe“. Platini war ebenso wie Blatter am 21. Dezember vergangenen Jahres von der Ethik-Kommission des Weltverbands für acht Jahre gesperrt worden.

Nur wenn er gegen diese Sperre vor dem Internationalen Sportgerichtshof rechtzeitig erfolgreich gewesen wäre, hätte er sich der Wahl am 26. Februar im Fifa-Hauptquartier in Zürich stellen können. „Das Timing ist nicht gut für mich“, sagte Platini AP. „Mir wird nicht die Chance gegeben, das Spiel mitzumachen.“

Im Jahr der Heim-EM in Frankreich vom 10. Juni bis 10. Juli, 32 Jahre nach dem Europameistertitel für den genialen Spielmacher Platini, beendet der dubiose Zwei-Millionen-Franken-Deal mit Blatter jegliche Träume, den ebenfalls schwer gestürzten Schweizer im höchsten Fußball-Amt zu beerben.

Als Favorit für die Neuwahlen gilt derzeit Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa

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Platini zieht Kandidatur zurück
Platini zieht Kandidatur zurück

Platini und Blatter behaupten, bei dem Geld handele es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die Fifa aus den Jahren 1998 bis 2002. „Ich kann nichts bedauern an dieser Geschichte“, betonte Platini noch einmal in dem AP-Interview. Er habe nichts Falsches getan. Er versuche es zu verstehen, meinte der Franzose und deutete eine Intrige an. Womöglich haben jemand nicht gewollt, dass er sich bewerbe.

Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission hatte sogar lebenslange Sperren für Platini und Blatter gefordert. Gegen ihre Sperre von acht Jahren können sie vor den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne und das Schweizer Bundesgericht ziehen. Der Cas hatte einen Einspruch Platinis gegen die zuvor bereits verhangene 90-Tagessperre abgelehnt.

Ein Neuanfang der Fifa, die mitten in ihrem schwersten Korruptionsskandal steckt, wäre mit einem vorbelasteten Platini ohnehin nicht vorstellbar gewesen. Auch wenn dieser in der Zeitung „L'Équipe“ noch einmal betonte, dass nach Blatters Rücktrittsankündigung 150 Verbände ihm ihre Unterstützung zugesagt hatten. Als Favorit für die Neuwahlen gilt derzeit Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa, trotz Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen in Bahrain.

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Allerdings schließt Platini nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zum weltweiten Fußball-Chef aufzusteigen. Es gebe keine Altersbegrenzung. „Also komme ich vielleicht in 20 Jahren wieder. Wer weiß?“(dpa)

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