Timo Boll scheitert erneut : Chinesen außer Sichtweite

Entweder mag Olympia Timo Boll nicht. Oder umgekehrt. Der beste deutsche Tischtennisspieler kommt bei den Spielen einfach nicht so weit, wie er es nach seinen Fähigkeiten eigentlich müsste.

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Same procedure as every olympia. Timo Boll muss seinen Schläger im Einzelwettbewerb frühzeitig einpacken.
Same procedure as every olympia. Timo Boll muss seinen Schläger im Einzelwettbewerb frühzeitig einpacken.Foto: AFP

Boll ist der Europäer, der die besten Chancen gegen die übermächtigen Chinesen hat, doch bis zu den Chinesen schaffte er es auch diesmal im olympischen Turnier von London nicht. Er scheiterte schon im Achtelfinale am Rumänen Adrian Crisan. Es war bei seiner vierten Olympiateilnahme das dritte Aus im Achtelfinale, 2004 hatte Boll im Viertelfinale gegen den Schweden Jan-Ove Waldner verloren. „Das ist typisch Olympia“, sagte Boll nach seiner Niederlage. Es sah ganz danach aus, dass der 31 Jahre alte Hesse diesmal zu viel wollte und deshalb verkrampfte.

London war seine vielleicht letzte Chance auf eine olympische Einzelmedaille. Viele Verletzungen haben seine Trainingsumfänge eingeschränkt, außerdem hat Boll noch anderes vor. Im Odenwald baut er ein Haus – mit zwei Kinderzimmern. „Die Familienplanung ist in den nächsten Jahren ein Thema. Die Uhr läuft.“ Erst einmal wird Boll seinen Frieden mit seinem Einzelauftritt in London schließen müssen.

Er gilt als guter Verlierer, aber diese Niederlage dürfte ihn härter treffen als fast alle anderen zuvor. „Ich werde mir jetzt mal zwei, drei Tage zum Jammern geben und mich ein bisschen im Selbstmitleid aufhalten.“ Ein Sammlertyp sei er nicht, wenn es um Erfolge gehe, sagte er: „Ich mache meine Karriere nicht an einer bestimmten Medaille fest.“

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