Sport : Timo Glock: Ein Träumer, der kämpft

Karin Sturm

Budapest - Wenn man gerade das bisher beste Formel-1-Wochenende seiner Karriere hingelegt und Experten und Teamchefs zu Lobeshymnen hingerissen hat, dann darf man schon mal richtig feiern. Selbst wenn man wie Timo Glock in Budapest direkt nach dem Rennen erst einmal glaubte, eigentlich viel zu kaputt dazu zu sein. Schließlich hatte Glock seinen sensationellen zweiten Platz beim Ungarn-GP unter erschwerten Bedingungen herausgefahren. Magenprobleme machten ihm zu schaffen, trotz der großen Hitze konnte er deshalb im Cockpit kaum trinken, „und da merkt man dann ab einem gewissen Punkt natürlich schon, dass der Körper nicht mehr optimal funktioniert“.

Der 26-Jährige fuhr trotzdem aufs Podium – dank der Kämpferqualitäten, die ihm im Laufe seiner Karriere immer geholfen haben. Nach dem relativ frühen Formel-1-Debüt 2004 im Jordan wurde Glock trotz guter Leistungen wieder ausgemustert. Erst der mühsame Umweg über die USA und die GP2-Serie, in der er 2007 den Titel gewann, führte ihn zurück in ein Formel-1- Cockpit. Nach einem halben Jahr bei Toyota ist Glock jetzt auf dem besten Weg, sich auch dort zu etablieren. In relativ kurzer Zeit schaffte er es, das Team hinter sich zu bringen und das Auto seinem Fahrstil anzupassen.

Als Glock vor ein paar Wochen sagte, sein Ziel sei es, 2010 mit Toyota Weltmeister zu werden, wurde er noch als Träumer belächelt. Aber wenn die Entwicklung so weitergeht – die des Teams genauso wie seine eigene –, dann ist einiges möglich. Sollte es tatsächlich einmal so weit sein, dann fällt die Feier sicher noch ein bisschen wilder aus als die jetzt in Budapest. Und die ging für Timo Glock bis vier Uhr morgens. Karin Sturm

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