Sport : Timo Hildebrand Wie der Stuttgarter das Spiel in München erlebte

Daniel Pontzen

Gestern stand mehr denn je die Frage im Raum, wie gut Timo Hildebrand als Torwart ist. Da sich Oliver Kahn aus dem Nationaltor zurückgezogen hat, Jens Lehmann auch nicht mehr weit von der Pensionsgrenze entfernt ist und sich der Stuttgarter auf Zypern endlich beweisen durfte, hinterließ er keinen überzeugenden Eindruck. In München hat Hildebrand zunächst eine ruhige Zeit und muss erst nach einer Viertelstunde eingreifen. Als Pizarro aus zwanzig Metern flach abzieht, taucht Hildebrand hinunter und begräbt den Ball unter sich. Er bleibt noch ein, zwei Sekunden auf dem Ball liegen, es ist eine Botschaft: Ich hab’ alles im Griff.

Kurz darauf schlägt Lahm eine Flanke in den Strafraum, und dann macht Hildebrand das, was man vor allem von seinem Gegenüber kennt, und klebt kahnisch auf der Linie – Makaay köpft ein, 1:1. Es war kein Fehler von Hildebrand, höchstens trifft ihn eine Teilschuld, genauso wie beim 1:2 wenig später: Nachdem ein Mitspieler eine scharfe flache Flanke vors VfB-Tor zulässt, verirrt sich Hildebrand am kurzen Pfosten und lässt den Ball passieren. Ein Gegenspieler hatte ihn irritiert. Pizarro staubt ab.

Danach passiert nicht mehr viel. Vielleicht fühlt sich der Torwart an das Länderspiel erinnert; in den seltenen Fällen, in denen er gefordert ist, kann er sich nicht auszeichnen. Kurz vor Schluss kommt noch einmal ein Schuss geflogen, den Hildebrand tadellos pariert. Auf dem Weg in die Kabine kommt Oliver Kahn auf ihn zu. „Er hat mich aufgebaut nach den schwierigen letzten Tagen“, sagt Hildebrand, „er hat ja auch schon eine Menge solcher Phasen durchlebt.“

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