Sport : Tipps von Wendell Alexis

John Celestand trainierte erstmals bei Alba Berlin

Helen Ruwald

Berlin. Mit aufgeklapptem Stadtplan in der Hand kommt John Celestand, eskortiert von Manager Carsten Kerner und Mannschaftsbetreuer Eicke Marx, von der ersten Trainingseinheit. Der Mann ist im Stress. Nach seiner Ankunft in Berlin Anfang der Woche musste er sofort zur medizinischen Untersuchung, die auch ohne Probleme verlief. Gestern Vormittag trainierte er erstmals mit seinem Team, dem Deutschen Basketballmeister Alba Berlin. Nachdem sich DeJuan Collins so schwer am Fuß verletzte, dass er drei Monate ausfallen wird, verpflichtete Alba kurzerhand dessen US-amerikanischen Landsmann Celestand als zweiten Aufbauspieler neben Mithat Demirel. Schon morgen Abend soll er im Euroleaguespiel beim Topteam FC Barcelona zum Einsatz kommen. Alba hofft, bis dahin die Spielberechtigung von Euroleague und Deutschem Basketball-Bund zu erhalten.

Das erste Training „war hart, ich habe noch Jetlag und muss mich erst an die Burschen gewöhnen“, sagte der 25-Jährige, der zunächst einen Dreimonatsvertrag erhielt. Bis vor drei Wochen trainierte er beim NBA-Klub New Jersey Nets mit, erhielt aber keinen Vertrag. Er sei „noch ein kleines bisschen enttäuscht, dass es nicht geklappt hat, aber nur, weil du nicht in der NBA spielen kannst, ist dein Leben nicht vorbei“, sagt er und klingt dabei nicht wie einer, der in Selbstmitleid versinkt. Die vergangenen drei Wochen hielt er sich in seiner Heimat New Jersey mit Albas langjährigem Star Wendell Alexis fit, der dorthin zurückkehrte, als die Berliner seinen Vertrag im Sommer nicht verlängerten. 20 Autominuten voneinander entfernt wohnten die beiden Basketballer, und so kam es, dass Alexis den Kollegen mit den nötigen Informationen über den Deutschen Meister versorgte: „Er hat gesagt, dass es ein professioneller Klub ist.“ Celestand hat 2000/2001 mit Braunschweig gegen Alba gespielt, „ich erinnere mich daran, dass sie uns fertig gemacht haben“. Von den Spielern sind ihm nur seine Landsleute Alexis und Derrick Phelps im Gedächtnis geblieben, die Alba verlassen haben.

Henrik Rödl, der wegen seiner Wadenverletzung nicht mit nach Barcelona fliegt, erhofft sich von Celestand, „dass er uns sehr hilft, auch wenn man noch keine großen Dinge erwarten darf“. In den kommenden Wochen trifft Alba auf Vizemeister Köln, Istanbul und Bologna – im Dreitagesrhythmus wird sich Celestand die Chance zur Selbstdarstellung bieten.

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