Sport : Tiroler Winter am Funkturm

Mit Schnee aus dem Skiort Sölden wird am Wochenende in Berlin der Snowboard-Weltcup eröffnet

Benedikt Voigt

Heute kommt der Winter nach Berlin. Er kommt am Nachmittag, und zwar in Form von 100 Tonnen Schnee, die exakt unterhalb des Funkturms an der Messe platziert werden. Das ist ganz praktisch, weil dort am Freitag und Samstag (Beginn jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei) der Big-Air-Weltcup der Snowboarder Station macht. Und diese Wintersportler können Schnee ganz gut gebrauchen. Sie wollen von einer 32 Meter hohen Schanze springen und sich bis zu dreimal um die Längsachse drehen. Dann landen sie im Schnee, vorwärts oder rückwärts. „Man braucht beim Big Air mehr Mut als in der Halfpipe“, sagt der Snowboarder Jan Michaelis, der in der letzten Saison den Gesamtweltcup des Internationalen Skiverbandes (Fis) in der Halfpipe gewann. Das Springen von der Schanzen sei nicht nur gefährlicher sondern auch spektakulärer.

Eine Million Euro kostet die Eröffnung der Weltcupsaison in der Großstadt. „Berlin ist eine internationale Stadt mit hervorragender Logistik“, sagt Chris Wagner, der Fis-Snowboard-Koordinator. Natürlich erhofft man sich durch den Auftakt in Berlin Werbung für die Sportart und deren Sponsoren. Deshalb teilen sich die FIS und eine Arbeitsgemeinschaft von Tourismuswerbung Tirol und dem Skiort Sölden die Kosten. Aus Sölden stammt der Schnee, der in Kühltransportern nach Berlin geschafft wird. „Bei den gegenwärtigen Temperaturen hält der Schnee zwei, drei Tage“, sagt Thomas Rass vom Organisationskomitee. Auch die Berliner profitieren vom Oktoberschnee. Während des Weltcups können sie auf einem Publikumshügel kostenlos Ski oder Snowboard fahren. Und wenn der Weltcup vorbei ist, wird ein Schneehaufen zurückbleiben – und zur Schneeballschlacht laden.

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