Sport : Tischtennis: Eine Chinesin rettet 3B Berlin

Jörg Petrasch

Berlin - Ah Sim Song warf nach dem verwandelten Matchball ihren Schläger zwei Meter in die Luft. Mit beiden Händen fing sie ihn wieder auf. Danach atmete die Tischtennisspielerin von 3B Berlin erst einmal tief durch. Die gebürtige Chinesin hatte im Finalhinspiel um den ETTU-Pokal gegen Fotoprix Vic aus Spanien soeben „die Mannschaft gerettet“, wie 3B-Manager Rainer Lotsch später sagte.

Ah Sim Songs Punkt zum 2:2-Zwischenstand war für die sonst so ruhige Spitzenspielerin etwas Besonderes, hatte sie doch ein bereits verlorenes Match (1:2 Sätze und 3:8 Punkte) noch gedreht. Bei einer Niederlage und einem Endstand von 1:3 wären die Berlinerinnen am 4. Mai im Rückspiel wohl nur als Touristen in die Textilstadt Vic in der Nähe von Barcelona gereist. So aber gewann 3B am Freitagabend noch 3:2 und besitzt nun gute Chancen, nach 2002 und 2004 zum dritten Mal den Pokal zu holen.

Lotsch wusste genau, wem der Erfolg in erster Linie zu verdanken war. „Mir fehlen die Worte, wenn ich über die Leistung von Ah Sim nachdenke, einfach nur sensationell“, sagte er. Songs Sieg gegen Wang Ting Ting war vor allem deshalb so hoch zu bewerten, weil die gegnerische Nummer eins zuvor zwei Jahre lang kein Spiel für ihren Verein verloren hatte, weder national noch international. Zudem wechselte Song nach dem 3:8-Rückstand im vierten Satz ihre Taktik, spielte aggressiver, machte acht Punkte in Folge zum 11:8. Den Siegpunkt für 3B holte schließlich die Weißrussin Veronika Pawlowitsch.

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