Sport : Tischtennis: Elf Punkte sollt ihr holen

Hans Moritz

Vier Jahre nach dem Aufstieg in die Tischtennis-Bundesliga streben die Frauen von 3B Berlin den Titel an. "Wir haben uns so gezielt verstärkt, dass wir in dieser Saison ernsthaft um die Deutsche Meisterschaft mitspielen werden. Dabei haben wir einen großen Vorteil: Wir wollen ganz oben landen, müssen es aber nicht", sagt 3B-Manager Rainer Lotsch vor der am Sonnabend mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger MTV Tostedt (16 Uhr Saefkowhalle) beginnenden Bundesligarunde. Mit den Verstärkungen meint Lotsch vor allem die 19-jährige Chinesin Ran Li, neben Studentinnen und Azubis der einzige Vollprofi im Team. Lotsch hat Ran Li vom Bundesligisten Burgwedel nach Berlin geholt. Mit ihr an der Spitze kann es sich der Manager sogar leisten, auf seine Nummer zwei, Veronika Pavlovitch, in den ersten beiden Spielen zu verzichten. Sie steht bei den derzeitigen Studenten-Weltmeisterschaften in Peking an der Platte. Aber mit Katalin Harsanyi und der Mixed-Europameisterin Ruta Budiene stehen weitere bewährte Spielerinnen zur Verfügung. Beim Training in Kienbaum gelangen sogar Siege gegen Männer-Mannschaften. Und das, obwohl Ex-Europameisterin Irina Palina derzeit in Moskau Mutterfreuden entgegensieht und erst zur zweiten Serie bei 3B wieder einsteigen will.

Die Absichten im Titelkampf sind unverkennbar. Das "Nicht müssen" verdankt der Spitzenverein seinem Namensgeber 3B. Das Dienstleistungsunternehmen will den auslaufenden Drei-Jahres-Vertrag verlängern und bestreitet als Hauptsponsor einen Großteil des etwa 250 000 Mark betragenden Etats. "Fast ein Drittel davon geben wir aber für die Jugendarbeit aus", sagt Lotsch, "erst im vergangenen Monat haben wir Christer Johansson mit einem Drei-Jahres-Vertrag als Nachwuchs-Trainer gewinnen können." Der Schwede, der einst Ex-Weltmeister Stellan Bengtsson betreute und letzter Trainer der DDR-Auswahl war, erhält sein Honorar durch eine Mischfinanzierung. Ein Drittel bringen die sportbegeisterten Eltern der 3B-Schüler auf. Der Bundesligastart bringt für die 3B-Damen eine sportliche Premiere. Denn am Sonnabend findet in Berlin das erste Spiel nach den neuen Regeln mit dem Satzende bei elf statt 21 Punkten (siehe nebenstehenden Beitrag) statt. Kostenfrei kann das erleben, wer sich am Freitag bei der Saison-Eröffnungsfeier im Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee (ab 19 Uhr) eine von 500 Freikarten sichert.

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