Tischtennis : Frühes Aus für Boll

Für Timo Boll ist das olympische Tischtennis-Turnier überraschend früh vorbei. Der an Nummer fünf gesetzte Europameister verlor am Donnerstag im Achtelfinale mit 1:4-Sätzen gegen Oh Sang Eun aus Südkorea.

Friedhard Teuffel[Peking]
Peking 2008 - Tischtennis
Vorbei. Timo Boll ist ausgeschieden.Foto: dpa

Ein Sieg hat Timo Boll gefehlt, dann hätte er noch einmal beweisen können, warum die chinesischen Tischtennisspieler so viel Respekt vor ihm haben. Warum sie seine Spiele ständig beobachten und sogar Trainingspartner damit beauftragt hatten, seinen Spielstil zu kopieren. Doch vor lauter China ist Boll nun gegen einen Südkoreaner ausgeschieden, er unterlag im Achtelfinale Oh Sang Eun etwas überraschend mit 1:4 Sätzen. So trifft nun Oh in der Runde der besten acht auf den Chinesen Ma Lin.

Gegen Ma Lin hatte Boll im Mannschaftswettbewerb verloren und wollte sich nun noch einmal revanchieren, aber möglicherweise war auch der Mannschaftswettbewerb ein kleiner Auslöser für seine gestrige Niederlage. „Das Team-Silber war eine riesige Sache, aber vielleicht war dadurch bei uns auch schon etwas die Luft raus, ich weiß nicht. Vielleicht waren wir schon zufrieden“, sagte Boll. Aus dem Mannschaftswettbewerb hatte er jedenfalls sehr viel Freude gezogen, aus dem gestrigen Einzel sind es dagegen eher Erfahrungen, was er noch verbessern muss.

„Oh war heute einfach eine Klasse besser, er war mir im Aufschlag- und Rückschlagspiel überlegen. Mir fehlten schlicht und einfach die Mittel, um Erfolg zu haben. Ich muss an den kleinen Sachen weiter arbeiten“, sagte der 27 Jahre alte Hesse. Unterschätzen konnte er seinen Gegner eigentlich nicht, Oh Sang Eun stand schon bei der Einzel-Weltmeisterschaft 2005 in Schanghai im Halbfinale, mit seinem runden Spiel und seinem Ballgefühl ist er nur schwer zu besiegen. „Ich habe mich eigentlich gut gefühlt und an meine Chance geglaubt, aber es hat nicht gereicht“, sagte Boll.

Das größte Ziel hat Boll nun verfehlt, Olympiasieger im Tischtennisland zu werden. Die Medaillen werden die Chinesen wohl alle selbst behalten, ihre drei Starter sind sowohl im Damenwettbewerb als auch in der Herrenkonkurrenz noch dabei, die Damen sind schon im Halbfinale, gemeinsam mit einer Spielerin aus Singapur, auch sie ist eine Chinesin. Seine Chance auf eine Einzelmedaille, die bisher von den deutschen Spielern nur Jörg Roßkopf 1996 in Bronze gewinnen konnte, will Boll aber auf jeden Fall noch einmal suchen. „Einen Olympiazyklus werde ich ja wohl noch mitmachen“, sagte er. Mut dürfte ihm dafür der Schwede Jörgen Persson machen, der das Viertelfinale erreicht hat. Persson ist 42 Jahre alt.

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