Sport : Tischtennis-Herren freuen sich über Bronze und fordern China

Friedhard Teuffel

Bremen - Die Auslosung hat das Traumfinale verhindert, aber die Leistung immerhin in ein Traumhalbfinale geführt. Mit einem 3:0 gegen Russland haben die deutschen Tischtennisspieler bei der Mannschafts-WM in Bremen die Vorschlussrunde erreicht und sich für das Duell mit Titelverteidiger China an diesem Sonntag qualifiziert. Bei der letzten WM vor zwei Jahren in Katar hatten die Chinesen die Deutschen im Endspiel 3:0 besiegt. Die Bronzemedaille haben die deutschen Herren allerdings schon sicher und ihr eigentliches Ziel damit erreicht.

Den Sieg der Deutschen feierten 9000 Zuschauer in der Bremer Stadthalle. „Jetzt liegt der Druck nicht mehr auf uns, sondern auf China, aber wir haben eine gute Chance“, sagte Timo Boll. Um diese Chance zu nutzen, liegen die Erwartungen auf ihm. Der 25 Jahre alte Hesse hat zuletzt fast alle Chinesen schlagen können, und in Bremen ist er bislang ohne Niederlage. Ergänzen könnten das Trio Christian Süß und Bastian Steger, die auch gegen Russland je einen Sieg beitrugen.

Werner Schlager, Weltmeister von 2003 aus Österreich, hat für das Halbfinale allerdings eine wenig hoffnungsvolle Wahrscheinlichkeitsrechnung angestellt. „Wenn die Deutschen drei Timo Bolls hätten, lägen ihre Chancen gegen China bei 50:50.“ Herren-Bundestrainer Richard Prause sagte: „China ist wie ein Schwergewichtsboxer, der erwartet, in den ersten drei Runden durch K.o. zu gewinnen. Wir müssen versuchen, in die fünfte, sechste Runde zu kommen. Dann fangen die Chinesen an nachzudenken.“ Die Deutschen setzen dabei nicht nur auf Boll, sondern auch auf die Zuschauer. Im Viertelfinale schlug sich das Publikum bereits auf die Seite der Franzosen, die gegen die Chinesen spielen mussten. Die Chinesen gewannen zwar auch diese Begegnung wie alle zuvor in diesem WM-Turnier 3:0, doch zum ersten Mal fingen sie an, ein bisschen zu wackeln.

Der Weltmeisterschaftszweite Ma Lin musste gegen Patrick Chila zwei Matchbälle abwehren. Gerade gegen Boll werden die Chinesen besonders motiviert sein, auch weil er beim World Cup im Oktober in Lüttich gleich drei von ihnen hintereinander besiegt hatte. Die besten drei Chinesen belegen in der Weltrangliste die Plätze eins, drei und vier. Nur einer trennt sie: Auf Position zwei wird Timo Boll geführt.

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