Sport : Titan im Kiefer

HSV-Stürmer Ailton fällt nach Verletzung lange aus

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Hamburg - Thomas Doll konnte seine Wut nicht verbergen. „Das war wirklich ein mieser Abend“, schimpfte der Trainer des Hamburger SV nach der 1:2-Niederlage bei Hannover 96. Der Frust von Doll war verständlich, hatte er doch nicht nur ein Spiel verloren, sondern auch noch Verletzungen bei zwei wichtigen Spieler zu beklagen: Stefan Beinlich hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen, und Ailton erlitt bei einem Zusammenprall mit Hannovers Mittelfeldspieler Hanno Balitsch einen Kieferbruch. „Das hat uns natürlich geschockt“, sagte Doll. Für den Brasilianer Ailton, der erst kurz vor Beginn der Rückrunde von Besiktas Istanbul bis zum Saisonende der Fußball-Bundesliga ausgeliehen worden war, war es erst der dritte Einsatz im HSV-Trikot. Ein Treffer gelang dem 32-Jährigen bislang nicht.

Ailton ist nach seinem Unterkieferbruch bereits gestern operiert worden. Dem Angreifer wurden im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zwei Titanplatten in den linken Unterkiefer eingeschraubt. Ailton soll zwar schon in zwei Wochen wieder mit dem Lauftraining beginnen können, auf das Spielfeld wird er aber frühestens in sechs bis acht Wochen zurückkehren. „Das wird uns noch ein paar Tage beschäftigen, weil Ailton gerade auf einem guten Weg war“, sagte Thomas Doll.

Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ist dennoch zuversichtlich, dass sich Ailton trotz der Verletzung noch als Gewinn für den Tabellendritten erweisen wird. „Ich denke, dass er uns in der Endphase der Saison noch wertvolle Dienste erweisen wird“, sagte er. „Er hat sich immer besser integriert, es waren gute Ansätze da.“ Mehr als gute Ansätze waren allerdings bei Ailton und seinen Kollegen beim Spiel in Hannover nicht festzustellen: Bei der Suche nach den Ursachen tun sich die Verantwortlichen schwer. „Da gibt es viele Dinge“, sagte Beiersdorfer. „Auf jeden Fall fehlt uns die Leidenschaft. Wir müssen mehr dagegenhalten.“

Im Kampf um die Champions-League-Qualifikation müssen die Hamburger vorerst auf ihre vier übrigen Angreifer setzen: Neben Sergej Barbarez, dem mit acht Treffern bislang besten Torschützen der Hamburger, sind das die zuletzt eher harmlosen Benjamin Lauth und Naohiro Takahara sowie der 19 Jahre alte Nachwuchsspieler Mustafa Kucukovic. „Wir sind gut aufgestellt. Die vier werden zeigen, dass wir auf sie setzen können“, sagte Beiersdorfer.

Im Heimspiel gegen den FSV Mainz am Samstag muss der HSV neben Ailton nun auch auf Mittelfeldspieler Stefan Beinlich verzichten: Er zog sich in Hannover einen Muskelfaserriss in der Hüfte zu und fällt voraussichtlich zwei Wochen aus. dpa

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