Sport : Titel Nummer 13

Seriensieger Georg Hackl wollte auch nach seinem 13. Streich die Bürde des vermeintlichen Favoriten bei den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in Salt Lake City (8. bis 23. Februar) nicht auf sich nehmen. Nach dem erneuten nationalen Einzeltitel blieb der Berchtesgadener mit Blick auf die Winterspiele gelassen. "Es ist natürlich was, Meister der stärksten Rodel-Nation zu sein. Aber es ist eine Momentaufnahme", meinte der dreimalige Olympiasieger in Altenberg. Darin war er sich mit Silke Kraushaar (Oberhof) einig, die zum vierten Mal die Frauen-Konkurrenz bei Deutschen Meisterschaften gewann. Bei den wegen starker Schneefälle auf jeweils einen Lauf verkürzten Titelkämpfen holten sich die Lokalmatadoren Sebastian Schmidt/André Forker im Doppel ein wenig unerwartet ihren ersten Meisterschaftssieg.

"Ich werde wegen der vielen Siege in diesem Winter nicht euphorisch. Ich weiß, was ich kann und vor allem auch, was die anderen können. Und was alles passieren kann, wenn man mal einen Fehler macht, haben wir in Oberhof mit Platz neun gesehen", sagte Hackl, der gelöst wie selten den letzten Wettkampf vor Weihnachten bestritt und danach auch optimistisch in Richtung Europameisterschaften im Januar an gleicher Stelle blickt. "Es war ein guter Test, vor allem auch deshalb, weil das Wetter Probleme machte. Mit solchen Bedingungen hatten wir in diesem Winter noch nicht zu kämpfen", meinte der 35-Jährige, der sein Olympia-Ticket bereits in der Tasche hat und nun ruhigen Festtagen im Kreise der Familie sowie von Freunden beim Stammtisch im Stallhaus am Jenner entgegensieht. Seine Rückkehr wieder ganz nach vorn führt Hackl in diesem Winter auf besonders intensive Basteleien an seinem Schlitten zurück. Die Konkurrenten rätseln, was er denn wieder an technischen Neuerungen gefunden, aber das bleibt sein "Betriebsgeheimnis". Ob er nach seinem fünften Start bei Olympischen Spielen seine Karriere beenden wird, ist noch offen. Allerdings hat er zugesagt, bei den Kommunalwahlen im Berchtesgadener Land für die CSU zu kandidieren.

Dagegen verschaffte sich Denis Geppert im internen Duell mit dem Oberhofer David Möller durch Platz zwei zumindest einen psychologischen Vorteil. "Das hilft zwar nicht für die Qualifikation, die bei den Europameisterschaften ausgefahren wird. Aber es ist schon gut zu wissen, hier schnell zu sein", meinte der Oberwiesenthaler.

Silke gegen Sylke

Den ewigen Kampf Silke gegen Sylke entschied zum vierten Mal in Folge Silke Kraushaar vor Sylke Otto (Oberwiesenthal) für sich. Während sich die Oberhoferin "über jeden deutschen Titel freut", sah die unterlegene Sächsin Otto trotz ihres erneut erfolglosen Versuchs, erstmals nationaler Champion zu werden, die Angelegenheit nicht tragisch. "Von mir aus kann die Silke bis Ende Januar alle Rennen gewinnen. Jetzt zählt nur noch Salt Lake City." Auch dort wird es aller Voraussicht nach den deutschen Zweikampf um olympisches Gold bei den Frauen geben. Bundestrainer Thomas Schwab jedenfalls erwartet nach den überzeugenden Ergebnissen dieses Winters wenigstens zwei Medaillen bei den Frauen.

Der Erfolg der Altenberger Doppelsitzer Schmidt/Forker überraschte den Coach nicht. "Es ist genau das eingetreten, was ich gefordert habe: Die Teams, die nicht mehr für Salt Lake City in Frage kommen, müssen sich hier beweisen. Das haben sie getan", sagte Schwab. Die zweitplatzierten Weltmeister André Florschütz/Torsten Wustlich (Oberhof/Oberwiesenthal) nutzten die nationalen Meisterschaften, um vor allem im Hinblick auf die olympischen Rennen neues Material zu testen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar