Sport : Titelkampf: Hanka Kupfernagel gewinnt ihre 17. deutsche Meisterschaft

Die 26-jährige Hanka Kupfernagel aus Berlin bleibt im deutschen Frauen-Radsport das Maß aller Dinge. Gestern gewann sie in Forst bereits ihren 17. deutschen Meistertitel. Beim Titelkampf im Einzelzeitfahren legte sie zwischen sich und die Konkurrenz riesige Abstände. Auf der Standardstrecke in Forst kam die Ausnahme-Athletin über 30 Kilometer auf 39:34 Minuten und verfehlte den Streckenrekord von Vorjahres-Meisterin Judith Arndt aus Frankfurt (Oder) nur um 44 Sekunden.

"Es waren heute keine leichten Bedingungen, denn auf dem Hinweg blies uns der Wind ins Gesicht. Da die starken Fahrerinnen alle erst nach mir am Start waren, bin ich auf den ersten Kilometern recht unsicher über meine Leistung gewesen", gestand die neue Meisterin, die vor einem Jahr bei den Titelkämpfen wegen einer Erkrankung gefehlt hatte. Platz zwei ging überraschend an die Stuttgarterin Bettina Schöke vor Ina-Yoko Teutenberg (Büttgen). Beide lagen zeitgleich 1:37 Minuten hinter der Titelträgerin, sodass die Stellen hinter dem Komma den Ausschlag über die Medaillenvergabe geben mussten.

Vorjahrssiegerin Judith Arndt zeigte sich nach dem Wettkampf tief enttäuscht, denn lediglich eine Sekunde fehlte ihr an einer Medaille. "Ich wollte heute um ein Olympia-Ticket im Zeitfahren kämpfen, obwohl ich im April fast fünf Wochen Krankheits-Ausfall verkraften musste. Nun werde ich mich wohl auf die Bahnrennen konzentrieren können", sagte sie. Deutschland kann in Sydney zwei Frauen im Zeitfahren an den Start bringen, für Bundestrainer Jochen Dornbusch ist Bahnfahrerin Judith Arndt neben Kupfernagel die wichtigste Kandidatin. "Allerdings sind ihre wichtigsten Rennen auf der Bahn", sagte der Coach.

Während Ina-Yoko Teutenberg sich ebenso wie die Fünftplatzierte Petra Roßner (Leipzig) nach gutem Rennen durchaus noch Hoffnungen auf einen Platz im Sydney-Team für das Einzelrennen machen darf, kann die Vierte von Atlanta, Vera Hohlfeld (Erfurt), nach Platz sechs einen erneuten Start bei Olympia kaum noch einplanen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar