Titisee : Uhrmann Zweiter in der Qualifikation

In der Qualifikation für das Weltcup-Springen in Titisee-Neustadt hat der Deutsche Michael Uhrmann mit 137 Metern Rang zwei hinter dem Polen Adam Malysz belegt, der auf 141 Meter kam.

Titisee-Neustadt - Michael Uhrmann hofft beim Heim-Weltcup in Titisee auf einen erneuten Coup, Bundestrainer Peter Rohwein auf einen Fingerzeig bei der Suche nach dem vierten Mann für die WM. Drei Wochen vor Beginn der Titelkämpfe in Sapporo will Uhrmann mit einem Podestplatz ein weiteres Achtungszeichen setzen und seine in der Vorwoche schwächelnden Kollegen mitreißen. "Ich habe nach meinem Sieg in Oberstdorf keinen Druck mehr, bin wie das gesamte Team befreit. Es wird zwar nicht so sein, dass ich jetzt immer da vorne rumtanze, aber im Kampf um einen Podiumsplatz kann ich mitmischen", erklärte der 28 Jahre alte Bayer zuversichtlich.

In der Qualifikation am Freitag untermauerte er mit einem Sprung auf 137 Meter als Zweiter hinter dem Polen Adam Malysz (141 Meter) seine Ambitionen. Uhrmann ist aber auch als Motivator gefragt, denn der letzte Platz für den Team-Wettbewerb, in dem sich die deutschen Skispringer bei der Weltmeisterschaft die größte Medaillenchance ausrechnen, ist immer noch vakant. "Wir brauchen einen vierten Mann, das ist jetzt das Wichtigste", sagte Uhrmann. "Wir werden einen Weg finden, eine schlagkräftige Mannschaft an den Start zu bringen", erklärte Rohwein vor dem Auftakt der "englischen Woche" mit den Heim-Weltcups in Klingenthal (7. Februar) und Willingen (10./11. Februar).

Uhrmann, Schmitt und Ritzerfeld für WM gesetzt

Danach wird der Chefcoach entscheiden, wer neben den gesetzten Uhrmann, Martin Schmitt und Jörg Ritzerfeld, die ebenfalls souverän den Wettbewerb am Samstag (16:15 Uhr/ZDF live) erreichten, einen Platz im WM-Team erhält. Christian Ulmer hat zwar die Norm erfüllt, springt seit Wochen aber nur hinterher und verpasste in Titisee wie Team-Olympiasieger Stephan Hocke die Qualifikation. Der Oberhofer ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder stabil, Georg Späth befindet sich weiter in der Krise. Der Oberstdorfer wurde nach seinem missglückten Comeback in der Vorwoche sofort wieder aus dem Weltcup-Team genommen.

Dennoch hat Rohwein die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Späth rechtzeitig zu seiner alten Stärke zurückfindet. "Er hat ein Tief. Es muss unser Bestreben sein, ihm da wieder raus zu helfen", sagte der Bundestrainer. Späth absolviert derzeit ein Spezialtraining und wird frühestens in Willingen wieder zur Mannschaft stoßen. "Es ist eine extrem schwierige Situation für Georg. Wir haben beide die Skifirma gewechselt und müssen ein neues Gefühl entwickeln. Bei mir geht es, bei ihm nicht. Er findet kein Flugsystem. Für uns wäre es sehr wichtig, wenn es bis zur WM bei ihm noch klappt", sagte Uhrmann.

16-jähriger Pascal Bodmer überrascht die Konkurrenz

Die Schwäche der Etablierten eröffnet urplötzlich dem Nachwuchs eine Chance. In Titisee-Neustadt darf sich der erst 16 Jahre alte Pascal Bodmer beweisen, der das Vertrauen auf Anhieb rechtfertigte. Der Schüler qualifizierte sich mit 119,5 Metern erstmals für ein Weltcup-Springen. "Bislang hat sich keiner im Weltcup behaupten können, aber bei den Jungen kann der Knoten schnell mal aufgehen. Auf jeden Fall müssen die Besten zur WM mit", sagte Martin Schmitt. Der am vergangenen Montag 29 Jahre alt gewordene Team-Routinier will sich mit einem Top-Resultat vor heimischer Kulisse ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bereiten und die Schlappe von Oberstdorf vergessen machen. (tso/dpa)

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