Todesgruppe? : Rumänien tönt: "Wir können die EM gewinnen."

Wie wird sie genannt? "Die Todesgruppe". Doch Rumänien rechnet sich am Montag gegen Frankreich einiges aus (18 Uhr/ ARD). Coach Piturca sagt: Griechenland ist unser Vorbild. Und der Star, der alles lenkt, heißt Adrian Mutu.

Mutlu
Der Star hofft. Chelsea London kaufte Mutlu einst für 20 Millionen Euro, jetzt spielt er in Florenz.Foto: AFP

ZürichEtwas angespannt lächelten die rumänischen Funktionäre, als der Name ihres Teams gezogen wurde. Angesichts der EM-Auslosung war die Freude aller Beteiligten, sich nach acht Jahren wieder für ein großes Turnier qualifiziert zu haben, nun ja man könnte sagen: etwas gedämpft. Ausgerechnet in Gruppe C landete Rumänien, jene Gruppe mit Weltmeister Italien, den Niederlanden und WM-Finalist Frankreich, auf den Rumänien heute im Auftaktspiel trifft.

Reichlich ungelegen kommt der Rummel um Rumäniens Spitzenstürmer Adrian Mutu. Der Fußball-Weltverband Fifa hat den 29-Jährigen zur Zahlung einer Entschädigung von zwölf Millionen Euro an seinen ehemaligen Klub FC Chelsea verurteilt, der Mutu 2003 für rund 20 Millionen Euro verpflichtet, aber nach einer positiven Doping-Kontrolle (Kokain) und einer Sperre wieder entließ. Chelsea forderte eine Gegenleistung für die Investitionen. Mutu zeigte sich angesichts dieser Entwicklung gelassen. Nach der Sperre hielten viele seine Karrierre für beendet, doch Mutu hat sich wieder gefangen und spielt mittlerweile beim AC Florenz. Auch in der Nationalmannschaft nutzte er seine zweite Chance überzeugend, schoss in der Qualifikation in neun Einsätzen sechs Tore und wurde wieder zum wichtigsten Spieler der Mannschaft. Deswegen haben die Franzosen angekündigt, sich heute Abend ganz besonders auf Mutu konzentrieren zu wollen.

Rumäniens Trainer Victor Piturca gibt sich trotz der schweren Gruppe selbstbewusst. „Wir können die EM gewinnen“, sagt er und erinnert an das vergangene Turnier: „Wir sollten daran denken, was Griechenland 2004 geschafft hat. Das gibt uns Kraft.“ Beim letzten EM-Auftritt 2000 erreichte Rumänien das Viertelfinale, das beste Ergebnis bislang, verlor dann aber 0:2 gegen den jetzt kommenden Vorrundengegner Italien. Die wichtigsten Spieler von damals sind nicht mehr da, der Trainer ist aber immer noch derselbe: Victor Piturca, ein Analytiker, der absolute taktische Disziplin fordert, gleichzeitig Raum für Kreativität lässt und auf Teamgeist setzt. So soll heute der erste Sieg gegen Frankreich nach 35 Jahren geling. Und: wer als Sieger aus dieser Gruppe C herausgeht, der ist wirklich ein Turnierfavorit. (Tsp)

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