Sport : Tödlicher Unfall in Schenefeld Vielseitigkeitsreiterin stirbt bei Meisterschaft

Schenefeld - Die deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter sind von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Die 32-jährige Tina Richter-Vietor aus Ganderkesee bei Bremen stürzte am Samstag in Schenefeld bei Hamburg in einer Rahmenprüfung des Weltcupturniers mit ihrem neunjährigen Wallach Paulchen Panther so schwer, dass sie sich tödliche Verletzungen zuzog. Tina Richter-Vietor gehörte seit Jahren zu den erfahrendsten deutschen Reiterinnen.

Eine Woche nach dem tödlichen Unfall einer 40 Jahre alten Vielseitigkeitsreiterin in Neu Wulmsdorf bei Harburg erlebten die Aktiven den nächsten Schock. Die Vielseitigkeitsreiter aus zehn Ländern entschieden sich, die Weltcupprüfung nicht fortzusetzen. Die deutsche Meisterschaft wurde annulliert. Am Sonntag soll lediglich ein Springen stattfinden.

Das Unglück ereignete sich am zweiten Hindernis. „Unter diesen Umständen können wir nicht reiten. Wir wissen, dass das ein tragischer Unglücksfall war, aber aus Respekt vor unserer Kameradin können wir nicht antreten“, sagte Peter Thomsen aus Flensburg. Der Reiter sprach aus, was die Mehrheit der Aktiven dachte. Kai Rüder aus Fehmarn sagte: „Unser Sport geht weiter, aber diesmal müssen wir Tina Richter-Vietor und ihren Angehörigen unseren Respekt erweisen.“ Bundestrainer Hans Melzer hatte schon vor der Entscheidung der Aktiven erklärt: „Was immer wir in Schenefeld beschließen, jeder muss wissen, was er für sich für richtig hält. Jede Entscheidung müssen wir respektieren.“

Da die Deutsche Meisterschaft gleichzeitig die letzte Sichtungsprüfung für die Military-Europameisterschaft Mitte September im italienischen Pratuni del Vivaro sein sollte, wird die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) am Sonntag die Mannschaft ohne weitere Sichtungsprüfung nominieren. Vorgesehen für Pratuni del Vivaro sind Bettina Hoy (Getcombe/England), Beeke Kaack (Schmalensee/Holstein), Hinrich Romeike (Nübbel/Holstein), Peter Thomsen (Lindewitt/Flensburg), Dirk Schrade und Frank Ostholt (beide Warendorf). dpa

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