Tom Schilling über Pferderennen : „Ich habe mich in Hoppegarten verliebt“

Tom Schilling hegt seit Kindertagen eine Liebe zur Rennbahn. Der Berliner Schauspieler spricht über elfengleiche Jockeys, Wimmelbilder und die Lust an der Kostümierung.

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Faszination Pferderennen: Nicht nur Tom Schilling zieht es regelmäßig zur Bahn nach Hoppegarten.
Faszination Pferderennen: Nicht nur Tom Schilling zieht es regelmäßig zur Bahn nach Hoppegarten.Foto: imago/Camera 4

Tom Schilling, Sie sind großer Hoppegarten-Fan. Wie sind Sie als Schauspieler zum Pferderennen gekommen?

Meine Eltern sind mit mir als Kind oft hingefahren. Das waren schöne, friedvolle Erinnerungen und tolle Tage, die ich dort hatte. Bis heute ist das so geblieben.

Wann waren Sie das erste Mal dort?

Da müsste ich meine Eltern mal fragen, kann gut sein, dass ich schon zu DDR-Zeiten auf der Rennbahn gewesen bin. Wir waren ein, zwei, drei Mal im Jahr da, immer abhängig vom Wetter natürlich. Das ist ausschlaggebend dafür, ob Hoppegarten richtig Spaß macht.

Was hat Ihnen als Kind Spaß gemacht?

Ich saß meistens auf den Schultern meines Vaters. Aus der Kinderperspektive fand ich die Aufregung und Hektik toll, die Spannung, die in der Luft lag. Und die Pferde. Am Ende doch die Pferde. Sie im Führring aus der Nähe zu sehen und dann diesen kurzen Moment, wenn sie an dir auf der Zielgeraden vorbeigaloppieren.

Die Faszination hat bis heute gehalten?

Ich muss sagen: Ich finde es besser denn je. Ich bin regelrecht verliebt in Hoppegarten.

Woran liegt das?

Das kann mit dem Ereignis an sich zu tun haben, das im besten Sinne ein gesellschaftliches Ereignis ist. Allein schon, wie sich dort die Schichten mischen, vom Klempner über den reichen Erben bis zum Grafikdesigner. Auch viele Freunde von mir gehen hin.

Angesteckt von Ihnen?

Nee, ich glaube, das spricht sich mittlerweile herum. Jedenfalls aus meinem Freundeskreis entdecke ich immer mehr Leute zufällig auf der Rennbahn, die ihre Picknickdecken mitnehmen, Cremant trinken und mit ihren Kindern einen schönen Nachmittag verbringen.

Ist es diese Ausflugsatmosphäre, die Sie nach Hoppegarten zieht?

Ja. Und dann bin ich so ein nostalgischer Geist. Irgendwie erinnert das Ganze vom Flair her doch an Romane von Fitzgerald, Great Gatsby und so. Es ist stilvoll, in jeder Hinsicht, und das finde ich toll.

Zur Saisoneröffnung im März trugen Sie einen grauen Dreiteiler mit grauer Krawatte. Gehört es zum Ritual, sich für Hoppegarten in Schale zu schmeißen?

Das ist bei mir mal so, mal so. Wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, ist es manchmal besser, nicht im Anzug zu kommen. Denn sie wollen auch mal herumgetragen werden und auf dem Rasen liegen. Aber wissen Sie, ich trage gerne Anzug. Und ich meine: Wo, wenn nicht beim Pferderennen? Meine Freundin trägt jetzt auch ab und zu einen Hut. Es macht ja auch Spaß, sich ein bisschen zurechtzumachen.

Geht es ums Sehen und Gesehenwerden?

Nein, damit hat das für mich gar nicht so viel zu tun. Diese Nostalgie und diese Tradition, die dort herrschen, laden die Leute dazu ein, sich ein bisschen zu kostümieren und Hoppegarten zu einem besonderen Anlass zu machen. Es geht eher um die Gemeinschaft, dieses friedvolle Zusammentreffen verschiedener Menschen. Das ist für mich auch der Unterschied zum Fußball.

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