Top 10 : Fachbegriffe, die uns fehlen werden

Die Olympischen Spiele sind zu Ende. Und damit verschwinden auch all die liebgewonnenen Fachbegriffe, die wir bis London 2012 nicht mehr zu hören bekommen werden. Die unserer Meinung nach zehn schönsten haben wir in der folgenden Topliste zusammengestellt. Damit wir sie noch ein paar Tage länger in Erinnerung behalten.

Jörg Leopold
81973333
Fertig zur Riposte? Der Gegenangriff kann kommen.Foto: AFP

Platz 10: Kehrwasser


Klingt wie Abwasser, hat mit Schmutz allerdings rein gar nichts zu tun. Gemeint ist ein Streckenabschnitt im Kanuslalom, in dem das Wasser gegen die Strömung fließt. Na, macht es "klick"? Genau: Alexander Grimm holte in der Sportart mit dem Paddel die erste deutsche Goldmedaille in Peking. Eine ganz und gar saubere Sache.

Platz 9: Einarmige Riesenfelge
Harry-Potter-Fans denken vermutlich sofort an den Kräuterkunde-Unterricht bei Mrs. Sprout. Aber sie irren, denn wir sind beim Turnen. An Fabian Hambüchens Paradegerät, dem Reck, wird dieser spektakuläre Schwung mit einer Hand an der Stange von den Athleten entweder vorwärts oder rückwärts ausgeführt.

Platz 8: (Große) Außensichel
Nein, nein - nix mit Astronomie. Und auch der gemeine Landwirt schüttelt hierbei nur müde den Kopf. Ole Bischof hingegen weiß ganz sicher, wovon die Rede ist: von einer Wurftechnik im Judo. Bei seinem Olympiasieg hatte er die aber gar nicht nötig, sondern punktete stattdessen mit einem per Fuß erkämpften Yuko. 

Platz 7: Dreistellungskampf
Wahrhaft ein martialischer Name für eine recht eigentümliche Disziplin im Schießen, die entfernt an Biathlon erinnert. Nur, dass wir hier bei Sommerspielen sind und neben dem Liegend- und Stehendanschlag auch noch ein Teilwettkampf kniend ausgeübt werden muss. Sieger wurde in Peking übrigens ein Chinese - wer sonst?!

Platz 6: Piaffe
Dieser Begriff ist in der deutschen Medaillen-Domäne schlechthin verortet - dem Dressurreiten. Bei der Piaffe trabt das Pferd elegant auf der Stelle. Oder sollte es zumindest. Isabell Werth weiß davon ein Lied zu singen, denn ihr Satchmo mochte dieses Element in der olympischen Entscheidung so rein gar nicht. Vielleicht lag's ja am Namen...

Platz 5: Penholder

81972409
So geht der Penholder. Typisch chinesischer Tischtennisgriff.Foto: AFP

Auf den richtigen Griff kommt es an. Beim Tischtennis natürlich. Und den haben die Chinesen. Sie halten den Schläger zwischen Daumen und Zeigefinger und spielen damit uns Deutsche (und den Rest der Welt) stets und ständig an die Wand. Wie man damit eine vernünftige Rückhand auf die Platte bringen soll, ist dem gemeinen Berliner Hobbyspieler zwar ein Rätsel. Aber der kommt ja auch nicht aus China.

Platz 4: Drücken
Klar, das "Drücken" könnte für alles Mögliche stehen, sogar für Dinge, an die wir hier lieber gar nicht denken wollen. Gemeint ist im olympischen Sinne das Überfahren eines Hindernisses beim BMX-Radsport, ohne dabei vom Boden abzuheben. Klingt gar nicht spektakulär, kann aber genauso schnell sein wie das meterhohe Durch-die-Luft-Springen.

Platz 3: Methyltrienolon
Und alle: Methyltrienolon. Sie wundern sich? Müssen Sie nicht. Das Wort gehört zum Grundwortschatz der griechischen Sportelite. 15 Athleten aus dem Lande Olympias wurden in den vergangenen Monaten des Dopings mit Methyltrienolon überführt. Ein Wunder, dass sie noch leben angesichts der nachgewiesenen toxikologischen Wirkung.

Platz 2: Riposte
Kein neuer Discounter ist gemeint, sondern ein Gegenangriff im Fechten. Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink sind hierin Experten. Sie gewannen am selben Tag olympisches Gold - auch dank zahlreicher Riposten. (Jedenfalls bezeichnete der Kommentator im Fernsehen beinahe jede zweite erfolgreiche Aktion der beiden mit den Worten: "Jaaaaaaaa, was für eine unglaubliche Riposte!"

Platz 1: Argentinische Rückhand
Tausendmal gehört, aber was es damit eigentlich auf sich hat, weiß trotzdem kein Mensch. Immerhin: Man kann die ganze Sache noch relativ problemlos dem Hockey zuordnen. Und eine Rückhand kennen wir alle auch noch. Aber was ist daran um Himmels Willen argentinisch? Der Erfinder natürlich! Fernando Ferrara hieß der Mann, der erstmals mit der Rückhandkante des Schlägerschaftes den Ball bewegte. Komisch ist nur: Im Englischen heißt es "Korean Backhand". Korea oder Argentinien, ja was denn nun?


Wenn Ihr Lieblings-Fachbegriff nicht in der obigen Liste auftaucht, benennen Sie Ihren Favoriten doch selbst. Dazu einfach einen Kommentar unter den Text schreiben und mitdiskutieren!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben