• Toppmöller fordert vergeblich eine Job-Garantie Calmund spricht offen über eine mögliche Abfindung des Trainers

Sport : Toppmöller fordert vergeblich eine Job-Garantie Calmund spricht offen über eine mögliche Abfindung des Trainers

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Leverkusen (dpa). Zunächst klang es recht versöhnlich, was Reiner Calmund nach dem dreistündigen Krisengespräch bei Bayer 04 Leverkusen hervorbrachte. Es habe nur einen einzigen Punkt gegeben, bei dem sich die Vereinsführung nicht mit Trainer Klaus Toppmöller einig war, „ansonsten sind wir bei allen anderen Themen auf einen Nenner gekommen“, sagte der Manager. Die Unstimmigkeiten herrschten jedoch beim mit Abstand wichtigsten Diskussionsthema: Bayer verweigerte Toppmöller die von ihm geforderte JobGarantie bis zum Saisonende.

„Toppi hätte gerne eine Grundsatzerklärung wie Eduard Geyer bei Energie Cottbus bekommen. Das kann ich nachvollziehen, doch der Verein kann diesen Persilschein nicht ausstellen.“ Toppmöller selbst zeigte Verständnis für diese Haltung, hätte sich aber lieber einen „klaren Schlussstrich oder eine endgültige Rückendeckung“ gewünscht. Insgesamt bewertet der „Trainer des Jahres 2002“ das Gespräch aber positiv: „Wir sind ein gutes Stück zusammengerückt und werden da zusammen rauskommen.“ Am Samstag wolle er gegen Hansa Rostock einen Sieg. „Ich bin ein Kämpfer“, sagte Toppmöller, der am Dienstag wegen einer Darminfektion nicht das Training leiten konnte.

Einigkeit herrschte zwischen ihm und seinem Arbeitgeber darüber, dass der Klassenverbleib in der Liga „oberste Priorität“ habe. Der Vizemeister ist nach zuletzt vier Niederlagen in Folge Tabellen-15. und einen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt. Dies würde aber nicht heißen, „dass wir in der Champions League mit der A-Jugend und den Amateuren spielen“, sagte Calmund.

Er bekräftigte noch einmal, dass bei der Entscheidung, an Toppmöller festzuhalten, weder dessen Erfolge aus der vergangenen Saison, Mitleid oder wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt hätten. „Dankbarkeit gibt es da nicht. Mit einer Abfindung hätte er eine weiche Landung“, sagte der Bayer-Chef.

Außerdem würde eine vorzeitige Trennung von dem Coach, dessen Vertrag bis Juli 2005 datiert ist, nicht allzu kräftig zu Buche schlagen: „Bei der Verlängerung haben wir sechs Monatsgehälter als Abfindung vereinbart. Da wären wir 2004 und 2005 nicht mehr belastet.“ Eine solche Abfindung dürfte rund 1,25 Millionen Euro betragen. Dass er auf eine solche Zahlung bei einem Rauswurf verzichten wolle, wie es in Medienberichten hieß, sei allerdings aus dem „Zusammenhang gerissen“, sagte Toppmöller.

Unterstützung erhält der Trainer von seinem früheren Star Michael Ballack: „Ich hätte Toppmöller auch nicht entlassen. Er ist ein absoluter Spitzenmann.“ Außerdem ist der Nationalspieler überzeugt, dass das Bayer-Team, mit dem er letzte Saison die Endspiele in Champions League und DFB-Pokal erreichte, dem Abstieg entkommt: „Ich denke, dass sie es schaffen. Es sind gute Fußballer, ich vertraue auf ihr Können.“

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