Sport : Tore als Therapie

Freiburg ist nach dem Abstieg auf dem Weg der Besserung

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Von Christoph Kieslich

Freiburg. Eigentlich könnte sich der SC Freiburg in die Brust werfen und nach einer ersten Übersicht behaupten, er wäre auf dem besten Weg dahin, wohin es ihn zurückzieht: in die Erste Fußball-Bundesliga. Doch Platz zwei in der Zweiten Liga verleitet die Freiburger keineswegs zu Übermut. „Eine Mannschaft, die absteigt, ist ein Patient“, sagt Volker Finke immer wieder. Und der Trainer, der seit elf Jahren in Freiburg arbeitet und den dritten Anlauf in die Erste Liga unternimmt, sagt noch: „Wir achten darauf, dass die Wunden gut verheilen.“ So gesehen ist der Patient auf dem Weg der Besserung.

Zwölf von 15 möglichen Punkten hat die Mannschaft gewonnen. Finke hat mit einem großen Teil der Abstiegsmannschaft diese Saison in Angriff genommen und ist bewusst das Risiko eingegangen, „dass Spieler auf laufen, die schon noch damit hadern, dass sie abgestiegen sind“. Die müssen sich erst daran gewöhnen, dass sie nicht – im Europapokal – gegen Feyenoord Rotterdam spielen, sondern in Braunschweig. Rückschläge hat Finke einkalkuliert.

Und gerade vor einem Gegner wie den 1. FC Union, gegen den die Badener heute spielen, kann Finke gar nicht oft genug warnen. „Das ist ein Verein mit Ambitionen“, sagt er. Und weil die Zweite Liga in der öffentlichen Wahrnehmung und damit auch in der Sicht der Spieler im Schatten liegt, präpariert Kotrainer Achim Sarstedt die Mannschaft noch akribischer, als er es in Liga eins getan hat. Auf den Videos sind Finke vor allem die bulgarischen Techniker hinter den beiden Spitzen aufgefallen. „Union besitzt einfach eine gute Mischung“, sagt Freiburgs Trainer.

Beim SC Freiburg füllt Zlatan Bajramovic die Lücke, die Sebastian Kehl (jetzt Dortmund) hinterlassen hat. Der Schweizer Bruno Berner macht seinen Job auf der linken Seite der Vierer-Abwehrkette so gut, dass Lewan Kobiaschwili sich nun im zentralen Mittelfeld einbringen kann, und auf der rechten Seite hat sich mit U-19-Nationalspieler Sascha Riether mal wieder einer aus den eigenen Reihen ins Team gespielt – auf Kosten von Tobias Willi, einem anderen aus dem eigenen Nachwuchs.

Finke will den Wiederaufstieg, ganz klar. Auf diesem Weg rechnet Volker Finke vor allem mit Ibrahim Tanko. Nach einem Kreuzbandriss zeichnet sich ab, dass der frühere ghanaische Nationalspieler gegen Union auf der Bank sitzt. Finke ist voller Hoffnung, „dass uns Tanko helfen kann“. Nur fünf Monate und zwei Wochen nach der Operation wirkte ein Einsatz Tankos wie eine Wunderheilung. Für die restlichen Patienten beim SC Freiburg könnte das beispielgebend sein.

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