Sport : Tore, die nicht fallen

Selbst das 5:0 gegen Freiburg kann Dortmunds schlechte Chancenverwertung nicht kaschieren.

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Au weia. Der Dortmunder Jonas Hofmann betrauert eine vergebene Chance. Foto: AFP
Au weia. Der Dortmunder Jonas Hofmann betrauert eine vergebene Chance. Foto: AFPFoto: AFP

Dortmund - Dass sich Jürgen Klopp und Christian Streich in großer gegenseitiger Sympathie zugetan sind, ist kein Geheimnis. Nach dem Gastspiel des SC Freiburg bei Borussia Dortmund saßen die beiden Kollegen im Presseraum des Dortmunder Stadions und gaben Auskunft über einen Arbeitstag, der für die Trainer unterschiedlicher nicht hätte laufen können. Während Klopp, die schwarze Kappe tief ins Gesicht gedrückt, über das „überragende Gegenpressing“ seiner Mannschaft dozierte, sprach Streich ungewohnt leise darüber, wie seine Spieler nach dem Platzverweis von Manndecker Fallou Diagne kurz vor der Pause ihrem unvermeidlichen Schicksal entgegentaumelten. „In Unterzahl wirst du gegen eine solch eingespielte und herausragende Mannschaft seziert“, sagte der 48-Jährige. „Wenn man ehrlich ist, hätte es noch höher sein können.“

Das stimmt, vor allem Dortmunds schneller Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang hätte sich in der zweiten Halbzeit legendär schießen können, vergab jedoch eine Vielzahl bester Einschussmöglichkeiten. Was soll’s, schon so war das Ergebnis ja eindeutig genug: 5:0 (2:0) nach Toren von Reus (2), Lewandowski (2) und Blaszczykowski, dieses Resultat ließ an Deutlichkeit keine Fragen offen.

Die Gastgeber wirbelten vor 80 000 Zuschauern im Dortmunder Stadion mit der ungebremsten Spielfreude junger Hunde. Wenn bei einem solch klaren Ergebnis die Chancenauswertung als größtes Manko ausgemacht wird, sagt das eigentlich alles über dieses einseitige Kräftemessen.

Wenn man der Borussia an diesem Nachmittag etwas vorwerfen wollte, dann der wieder einmal verschwenderische Umgang mit den eigenen Möglichkeiten. Gegen einen harmlosen Gegner wie Freiburg mag das nicht weiter ins Gewicht fallen, jedoch kann dieses Manko bei den Hochkarätern in der Champions League spielentscheidend sein.

Wie es ist, wenn man vor dem gegnerischen Tor nicht kalt und entschlossen agiert, haben die Dortmunder vor zwei Jahren schmerzhaft erfahren, als sie in der Champions League bereits in der Vorrunde scheiterten. Unter anderem an Marseille. Am Dienstag besteht beim Heimspiel die Möglichkeit, die Dinge anders zu gestalten.

Beim BVB glauben sie daran, die Vorbereitung begann bereits während des Spiels gegen Freiburg. So nahm Klopp seinen defensiven Mittelfeldspieler Sven Bender, der in der Anfangsphase von seinem Mitspieler Erik Durm ausgehebelt worden und auf die Schulter geknallt war, in der Halbzeitpause vom Platz. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Bender bestätigte: „Mit Blick auf das Spiel am Dienstag hat mir die Pause gut getan.“ Dagegen wird Marcel Schmelzer definitiv fehlen. Der Nationalspieler meldete sich wegen eines Muskelfaserrisses an der linken Oberschenkelrückseite für drei Wochen vom Spiel- und Trainingsbetrieb ab.

Schwerer könnte ein anderer Ausfall wiegen: Jürgen Klopp ist nach seinem Ausraster bei der Niederlage in Neapel von der Uefa auf die Tribüne verbannt worden. Für ihn wird sein Assistent Zeljko Buvac die Mannschaft am Spielfeldrand coachen. Das werde „spannend, eine echte Herausforderung“, wie es Jürgen Klopp sagte. Denn ganz so locker und leicht wie gegen Freiburg dürfte es nicht werden. Felix Meininghaus

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