Sport : Tore im richtigen Moment

Ein Sieg gibt den Eisbären neues Selbstbewusstsein

Claus Vetter

Berlin - Youri Ziffzer gab sich selbstkritisch. Trotz des 5:3-Erfolges der Eisbären gegen die Kölner Haie sagte der Berliner Torwart: „Das Gegentor, das ich bekommen habe, war das beschissenste des ganzen Spiels.“ Es war aber auch das einzige Gegentor, das Ziffzer am Freitag beklagen musste, nachdem er beim Stand von 1:2 nach zwei Dritteln für Daniar Dshunussow eingewechselt wurde. Mit einem selbstbewussten Auftritt ermöglichte der junge Torwart dem Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis. Ziffzer sagte: „Es war sehr wichtig, dass wir nach einem 1:3-Rückstand noch gewonnen haben, das wird uns einen Schub geben.“

Überhaupt ist es erstaunlich, wie solide sich die beiden erst 20 Jahre alten deutschen Torhüter der Eisbären in der DEL-Statistik präsentieren: Von ihrer Fangquote her liegen Dshunussow und Ziffzer auf Platz sechs und sieben – klar vor erfahrenen Torhütern wie den Kanadiern Boris Rousson (Hamburg), Ian Gordon (Frankfurt) oder dem ehemaligen Schweizer Nationaltorwart Reto Pavoni (Krefeld). Dass den in der Tabelle nun auf Platz sieben rangierenden Berlinern zuletzt ein Stück nach oben fehlte, lag vor allem daran, dass die Eisbären gegen Spitzenteams nicht oft genug getroffen haben. Mit einem Tor lässt sich gegen Mannheim oder Ingolstadt nichts gewinnen.

Der Erfolg gegen die ersatzgeschwächten Kölner kam vor allem auch deshalb zustande, weil nicht nur der überragende erste Block mit Deron Quint, Andy Roach, Denis Pederson, Mark Beaufait und Steve Walker Verantwortung übernahm, sondern auch andere. So, wie es Kapitän Walker gefordert hatte: Juniorennationalspieler Alexander Weiß steuerte den entscheidenden Treffer zum 4:3 bei, obwohl seine Sturmreihe kaum Einsätze hatte. „Weiß hat nicht so viel gespielt“, sagte sein Trainer Pierre Pagé. „Aber er war bereit und im richtigen Moment da. So wirst du zum Gewinner.“ Zumindest war Weiß der Gewinner in einem Spiel gegen einen Gegner, den die Berliner schon am Dienstag zum Pokalhalbfinale in der Kölnarena wiedersehen werden. Bereits heute können die Eisbären in der Liga nachlegen, dem DEL-Spielplan haben sie wieder ein Heimspiel zu verdanken, gegen den Tabellenletzten EV Duisburg. „Die einzige Gefahr für uns könnte die eigene Überheblichkeit sein“, sagt Ziffzer, der heute ab 14.30 Uhr im Sportforum wieder im Berliner Tor steht. „Aber wir sind nicht überheblich.“

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