Sport : Tore reichen nicht

Steffen Hudemann

erklärt, warum Bremen nicht Deutscher Meister wird Treffer allein bringen keine Punkte. Ob eine Mannschaft 4:3 oder 1:0 gewinnt, macht für die Tabelle keinen allzu großen Unterschied, weshalb im Fußball die zutreffende Regel gilt, dass Titel meist in der Abwehr gewonnen werden. Weil aber den Zuschauern ein 4:3 sehr viel lieber ist als ein 1:0, hat es in der Fußball-Historie zahlreiche Regeländerungen gegeben, um den Mut zur Offensive zu fördern. Der Torwart darf einen Rückpass nicht mehr mit der Hand aufnehmen, statt zwei gibt es drei Punkte für einen Sieg, und gleiche Höhe gilt nicht mehr als Abseits. Die radikalste Regel führte in den siebziger Jahren die North American Soccer League ein. Damals gab es für einen Sieg sechs Punkte und auch für den Verlierer bis zu drei Punkte für erzielte Tore. Diese Regel ist längst Geschichte, doch vielleicht wäre es für Werder Bremen lohnenswert, sich für eine Wiederbelebung dieser Zählweise einzusetzen. Es ist vermutlich die einzige Möglichkeit, wie die Bremer in dieser Saison Meister werden könnten.

Der Tabellenführer spielt derzeit nach dem Motto: Die Drei muss stehen. In neun Spielen haben die Bremer 27 Tore erzielt. Wenn das so weitergeht, sind es am Saisonende mehr als 100. Doch so wunderbar der Sturm, so wenig meisterlich ist die Abwehr. Selbst gegen Nürnberg brauchen die Bremer mindestens drei Tore, um auch drei Punkte zu gewinnen. Das kann nicht lange gut gehen. Sobald der Gegner mal nicht Bielefeld oder Nürnberg heißt, sondern Bayern, Lyon oder Barcelona, ist die Taktik, den Gegner einfach mit Offensivfußball zu überrennen, nicht sehr erfolgreich. Spaß macht sie trotzdem.

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