Sport : Tore, Tore, Tore

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Daniel Pontzen über die strategische Allianz zwischen Focus und Bayern

Kürzlich, als die Granden von Bayern München frei und bereitwillig über den völlig verfassungsgemäßen und moralisch makellosen Vertrag mit Kirch plauderten, nötigte das böse Spiel der Medien Uli Hoeneß zu einer Richtigstellung. Eine Riesensauerei sei es zu behaupten, erklärte der Manager, der Vertrag habe die Konkurrenz auch nur eine einzige Mark gekostet. Seit gestern nun wissen wir, dass Focus-Chef Markwort künftig am Tisch des Aufsichtsrates der FC Bayern AG sitzt, und erneut will die Presse (der „Stern“) darin unlauteren Wettbewerb sehen. Doch das Gegenteil ist richtig.

Die Berufung ist nichts als eine längst überfällige Gegenleistung seitens des Rekordmeisters. Seit wann hat der FC Bayern zurückgefunden zum Erfolg? Seit er ist wie Focus. Statt nutzlos der Schöngeistigkeit zu frönen, erkannte die Mannschaft des FC Bayern im Herbst, kurz nach dem Aus in der Champions-League, den Wert eiskalter Effizienz. Er hörte auf, Ballett zu tanzen, er spielte wieder Fußball, er arbeitete ihn, total fokussiert sozusagen. Die Münchner erzeugten Zahlen, die sich wunderbar in die Grafik einer Bundesligatabelle fügten. Die Spielzüge, einst als Kunstwerke angelegt, verwandelten sich zurück in zielführende Maßnahmen. Der FC Bayern schaffte wieder Fakten, Fakten, Fakten. Tore, Tore, Tore.

Am Saisonende dürfte sich die neue Bruderschaft auszahlen. Zwei Trophäen wird Bayern dann wohl geholt haben. Liefe es gerecht ab, dürfte Markwort den Pokal auch mal in die Höhe recken. Oder die Meisterschale. Ein schönes Titelbild wäre das.

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