Sport : Torlos in St. Pauli

Union in dieser Saison noch ohne Gegentreffer

Matthias Koch

Hamburg - Zweitligatauglich war die Kulisse. Doch in spielerischer Hinsicht erreichte das Duell zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Union Berlin in der Fußball-Regionalliga Nord nicht das klassenhöhere Niveau. Vor 19 400 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Millerntor, darunter rund 4000 Berliner, trennten sich die beiden Mannschaften nach mäßigen 90 Minuten 0:0. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie zum fünften Mal zu null gespielt hat. Christian Stuff war der Turm in der Abwehr“, sagte Union-Trainer Christian Schreier. „Allerdings hat unser Gegner die Partie größtenteils beherrscht. Phasenweise sind wir mächtig ins Schwimmen geraten.“

Mit dem Ergebnis können die Berliner auf jeden Fall zufriedener sein als der FC St. Pauli. Denn obwohl die Hamburger nach Sperren und Verletzungen fast eine komplette Mannschaft ersetzen mussten, erkämpften sie sich Feldvorteile. Den überzeugenden Union-Torhüter Jan Glinker konnten die Hamburger aber auch bei ihren besten Gelegenheiten durch Thomas Meggle in der 13. Minute, den Ex-Unioner Roman Prokoph (23.) und Marvin Braun kurz nach der Pause nicht überwinden. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit unserer Spielweise aber nicht“, sagte Glinker. Immerhin ist Union jetzt schon 450 Spielminuten ohne Gegentor.

Dennoch mussten die Berliner, bei denen Torsten Mattuschka nach gut einer halben Stunde den am Knie verletzten Torjäger Daniel Teixeira ersetzte, lange um den Punkt zittern. Die Offensivabteilung der Gäste konnte kaum für Entlastung sorgen. „Nach vorne haben wir gar nicht stattgefunden“, grollte der ehemalige St.-Pauli-Profi Nico Patschinski.

Mit etwas mehr Cleverness hätte Union jedoch auch drei Punkte mitnehmen können. Aber Karim Benyamina vergab schon nach drei Minuten mit einem Heber die 1:0-Führung und später in der etwas ausgeglichener geführten Schlussphase auch noch eine Kopfballchance. Das wäre für die Hamburger jedoch des Schlechten zu viel gewesen. „Ich kann meiner ersatzgeschwächten Mannschaft wirklich keinen Vorwurf machen“, sagte St. Paulis Trainer Andreas Bergmann und dachte schon einen Schritt weiter: „Vielleicht haben wir ja nächste Woche im DFB-Pokal gegen Bayern München mehr Glück.“

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