Sport : Torlose Leidenschaft

Cottbus kämpft, spielt aber nur 0:0 gegen Stuttgart

Karsten Doneck

Cottbus - Mario Gomez blieb nur ungläubiges Staunen. Mit einem Pfiff des Schiedsrichters hatte der Stürmer des VfB Stuttgart ja gerechnet. Aber dass der Münchner Referee Felix Brych dann gegen ihn die Gelbe Karte zückte, das wollte partout nicht in seinen Kopf. Der Schauspielerei hatte ihn Brych bezichtigt. Gomez hätte aber einen Foulelfmeter verdient gehabt, nachdem er im Strafraum des FC Energie Cottbus über den Oberschenkel von Daniel Ziebig geflogen war. Es gab keinen Strafstoß und letztlich auch keine Tore. 0:0 trennten der Aufsteiger und der VfB. Nach vier Niederlagen in Folge war es wenigstens mal wieder ein Punkt für die Lausitzer, die aber schon seit acht Spielen sieglos sind.

VfB-Trainer Armin Veh erklärte nachher, er habe „ein sehr intensives Spiel auf tiefem Platz gesehen“. Über den nicht gegebenen Strafstoß regte er sich nicht einmal sonderlich auf. Fast emotionslos, ganz auf Sachlichkeit bedacht, stellte er nur fest: „Es war ein klarer Elfmeter. Ich hab’s so gesehen, jeder im Stadion hat es so gesehen, da kann ich das ruhigen Gewissens sagen.“ Petrik Sander, sein Cottbuser Kollege, wollte sich zu der strittigen Szene nicht äußern. Dafür lobte der Energie-Trainer lieber den Gesamtauftritt seiner Mannschaft. Die habe „mit viel Willen und Leidenschaft gespielt“.

Sander hatte am Freitag seinen Lehrgang zum Fußballlehrer an der Sporthochschule Köln erfolgreich abgeschlossen. Das Thema seiner schriftlichen Arbeit: „Souveräne Ballkontrolle bei gegnerischem Druck“. Von den Inhalten des Textes brauchte er seiner Mannschaft im Schnellkurs nicht allzu viel einzutrichtern. Dazu baute der VfB viel zu wenig Druck auf. Sicher, die Schwaben spielten technisch versierter, besaßen Vorteile. Aber die Cottbuser Abwehr brachte weder Gomez noch Cacau in größere Not, und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Tomislav Piplica zur Stelle. Der Torwart bügelte seinen kapitalen Bock bei der 1:2-Niederlage am vorigen Wochenende beim FC Bayern mehr als einmal aus. „Auf ihm wird so viel herumgehackt, man sollte auch mal herausstellen, dass er hier ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht hat“, sagte Sander versöhnlich.

Beinahe hätten die kämpfenden Cottbuser die an Torchancen arme Partie vor nur 13 650 Zuschauern noch für sich entschieden. Sieben Minuten vor Schluss war Sergiu Radu von Vragel da Silva freigespielt worden, lief allein auf Timo Hildebrand zu, brachte den Ball aber nicht am herausstürzenden VfB-Torhüter vorbei – „die größte Chance im ganzen Spiel“, konstatierte Petrik Sander. Aber unzufrieden wollte er trotzdem nicht sein. „Wir haben 17 Punkte, stehen über dem Strich mit zwei Punkten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis“, sagte Sander.

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