Sport : Torten-Attacke überstanden

Ferraris Konkurrenten beschwören bessere Zeiten

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Die Spuren der Torte, die Ralf Schumacher dem BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bei der Feier zu dessen 50. Geburtstag am Samstagabend ins Gesicht gedrückt hatte, waren relativ einfach zu beseitigen. Und der Chef ärgerte sich auch nicht über die Sahne-Attacke seines Starpiloten. Genauso wenig lässt sich Theissen von der diesjährigen drückenden Ferrari-Überlegenheit Bange machen. „Ferrari wird auch wieder besiegt werden, das ist hundertprozentig sicher – die Frage ist nur, wann.“

Bei den Münchnern tut man jedenfalls alles, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit das schon im nächsten Jahr der Fall ist. Bereits im September soll der neue Motor für 2003 am Prüfstand laufen. „Ich glaube, damit sind wir der Konkurrenz zeitlich wieder einen Schritt voraus“, sagt Theissen. Außerdem wird die Zusammenarbeit mit Williams im Chassisbereich verstärkt und überprüft, wie dabei auf technologische Ressourcen aus der Serienentwicklung in München zurückgegriffen werden kann. „Ein Rückstand ist für jeden Ingenieur vor allem eine massive Herausforderung, nicht eher zu ruhen, bis man ein Problem mindestens genauso gut gelöst hat wie die Konkurrenz“, fügt Theissen hinzu.

Auch Frank Williams ist überzeugt, „dass jede Periode der Überlegenheit einmal zu Ende geht. Wenn man vorn liegt, dann weiß man ganz genau, dass die Uhr schon tickt, dass die anderen aufholen werden.“ Dass wohl auch Reifenhersteller Michelin noch einen entscheidenden Beitrag leisten könnte, der Ferrari-Bridgestone-Konkurrenz näher zu kommen, will Williams nicht abstreiten, auch wenn er mit öffentlicher Kritik an seinem Reifenpartner vorsichtig ist: „Wenn man selbst nicht das allerbeste Chassis hat, dann ist es immer schwierig, genau zu definieren, wie viel wirklich an den Reifen liegt.“

Auf eines können die Konkurrenten diesmal nicht bauen: dass es bei Ferrari durch personelle oder einschneidende technische Veränderungen zu einem Rückfall kommt. Oftmals war es so, dass entweder der Weggang von Schlüsselfiguren oder der Rückzug eines Motorenlieferanten ein dominierendes Team zurückgeworfen hatte – wie Williams etwa durch den Weggang von Honda 1987, von Adrian Newey 1996, den Rückzug von Renault 1997. Bei Ferrari ist alles festgezimmert, alle Leistungsträger von Michael Schumacher über Jean Todt bis zu Ross Brawn und Roy Byrne haben Verträge bis 2004 – und Ferrari-Chef Luca di Montezemolo versucht jetzt schon, sie zu überzeugen, doch gleich bis 2006 zu unterschreiben. Karin Sturm

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