Tour de France : Casper gewinnt erste Etappe

Der Franzose Jimmy Casper vom Team Cofidis hat überraschend die erste Etappe der Tour de France gewonnen. Dritter wurde der deutsche Sprinter Erik Zabel vom Team Milram.

Straßburg - Jimmy Casper (Cofidis) setzte sich auf dem 184,5 Kilometern langen Rundkurs mit Start und Ziel in Straßburg nach 4:10,10 Stunden vor dem Australier Robbie McEwen (Davitamon-Lotto) und dem deutschen Milram-Profi Erik Zabel im Massensprint durch. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden übernahm der US-Amerikaner George Hincapie (Discovery Channel).

Großes Pech hatte der bisherige Spitzenreiter der Gesamtwertung Thor Hushovd. Der Norweger wurde von einem Zuschauer mit einem Fanartikel am Arm verletzt und musste mit einer blutenden Wunde in eine Klinik gebracht werden. Das Gelbe Trikot verlor der Prolog-Sieger an Hincapie mit zwei Sekunden Rückstand, weil er bei einem Zwischensprint die entscheidenden Sekunden gegen den einstigen Helfer von Lance Armstrong eingebüßt hatte. Hincapie trägt bei seiner zehnten Teilnahme an der Tour de France zum ersten Mal das Gelbe Trikot.

Das rotgepunktete Trikot des besten Bergfahrers kann sich auf der zweiten Etappe, die am Montag über 228,5 Kilometer von Obernai ins luxemburgische Esch-sur-Alzette führt, der deutsche Gerolsteiner-Profi Fabian Wegmann überstreifen. Er gewann aus einer sieben Fahrer umfassenden Spitzengruppe heraus die einzige Bergwertung auf dem ersten Teilstück. "Die Gruppe hat über eine lange Distanz sehr gut harmonisiert", lobte Wegmann im Ziel. Er selbst habe sich, als er zur Gruppe aufgefahren war, "einzig und allein auf die Bergwertung konzentriert".

Die Spitzengruppe hatte sich bereits kurz nach dem Etappenstart gebildet. Ihr Vorsprung betrug zeitweise rund fünf Minuten. 30 Kilometer vor dem Ziel lag die Gruppe noch etwa eineinhalb Minuten vor dem Feld. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel hatte das von Crédit Agricole sowie Davitamon-Lotto, Quickstep und Milram angeführte Peloton die Ausreißer jedoch eingeholt. "Unsere Mannschaft hat sich sehr gut geschlagen", betonte Milram-Profi Zabel nach der Etappe. Der 35-Jährige lobte die "tolle Leistung und Begleitung" seines Teams, vor allem auf den letzten Kilometern, als es galt, die Spitzengruppe zu stellen.

Die Etappe war am Mittag nach einer Ehrenerklärung des nach dem jüngsten Doping-Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes auf 176 Fahrer dezimierten Pelotons gestartet worden. Den Anti-Doping-Schwur hatte der mit 22 Jahren jüngste Profi im Feld, der Schwede Thomas Lövqvist aus dem Team Francaise de Jeux, gehalten. (tso/ddp)

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