Tour de France : Cavendish ist zurück in der Spur

Mark Cavendish ist wieder das Maß aller Dinge in den Sprints der Tour de France. Mit seinem Sieg bei der Massenankunft in Gueugnon hat der Überflieger des Vorjahres alle Zweifel an seiner Form ausgeräumt. Für Teamkollege Tony Martin ist er „ab jetzt in den Sprints nicht mehr zu schlagen“.

Vorne weg: Mark Cavendish gewann die sechste Etappe der diesjährigen Tour de France im Sprint und hofft weiter aufs Grüne Trikot.
Vorne weg: Mark Cavendish gewann die sechste Etappe der diesjährigen Tour de France im Sprint und hofft weiter aufs Grüne Trikot.Foto: dpa

Einen Tag vor der ersten Alpenetappe wiederholte der 25 Jahre alte Brite seinen Triumph vom Vortag und zog mit seinem insgesamt zwölften Etappensieg mit dem deutschen Rekordhalter Zabel gleich. „Gestern hat sich seine Blockade gelöst. Das war heute eine ganz starke Arbeit des Teams“, lobte der 40 Jahre alte Columbia-Berater.

Während sich Cavendish auf den kommenden Alpenetappen notgedrungen in Zurückhaltung üben muss, beginnt für die Klassements-Fahrer der Ernst der Tour. Columbia-Teamchef Rolf Aldag liebäugelt insgeheim damit, dass auf dem mittelschweren Abschnitt hinauf zur Skistation des Rousses am Samstag eine Gruppe „von 10 bis 15 Fahrern“ gehen könnte - mit der großen deutschen Tour-Hoffnung Martin. „Das wäre die Traumvorstellung, aber die Konkurrenten haben alle sehr viel Respekt vor Tony.“

Wahrscheinlich änderte sich nach Cavendishs Sieg zum letzten Mal nichts im Gesamtklassement. Der Schweizer Fabian Cancellara beendete die 6. Etappe bei drückend schwüler Witterung im Gelben Trikot und 20 Sekunden Vorsprung vor dem Briten Geraint Thomas. Weltmeister Cadel Evans (Australien) liegt mit 39 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz. Bester deutscher Profi auf dem 21. Platz bleibt der Eschborner Martin.

Sein Teamkollege Cavendish entschied die mit 227,5 Kilometern längste Tour-Etappe vor dem Amerikaner Tyler Farrar, der bei einem Sturz zum Tour-Auftakt einen Haarriss am Unterarm erlitten hatte, und dem Italiener Petacchi für sich. Milram-Sprinter Gerald Ciolek wurde Fünfter.

Seine in Dortmund beheimatete Equipe teilte derweil mit, dass sie der bisher vergeblichen Suche nach einem neuen Geldgeber für 2011 nur noch auf ein weiteres Engagement des bisherigen Hauptsponsors Nordmilch hofft. „Es sieht jetzt wirklich so aus, dass kurzfristig Milram die einzigen sind, die uns nun noch helfen können, sagte Teammanager Gerry van Gerwen der „Süddeutschen Zeitung“. In den kommenden Tagen solle es deshalb ein Krisengespräch mit der Spitze des Bremer Konzerns geben. Nordmilch hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Finanzierung zum Saisonende 2010 einzustellen.

In der Zielpassage mit zwei gefährlichen Stellen hatte HTC Columbia für Sprint-Chef Cavendish wieder vorbildliche Arbeit geleistet. Als letzter Anfahrer entließ Mark Renshaw den 25-Jährigen 200 Meter vor dem Ziel in den Windschatten - und der Brite ließ keinen mehr an sich vorbei.

Das interne Match zwischen den beiden schnellsten Männern im Peloton der Tour 2010, Cavendish und Petacchi, steht jetzt 2:2. Im Vorjahr gewann Cavendish sechs Etappen - diese Rate wird er 2010 allerdings kaum noch schaffen. Seinen Traum vom Grünen Trikot, das Zabel sechsmal bis nach Paris getragen hatte, hat er aber noch nicht ausgeträumt.

Auch die sechste Etappe lief wieder unter ähnlicher Regie wie an den vorangegangenen Tagen. Früh bildete sich eine Ausreißergruppe, die im Finale der Tempoarbeit der Verfolger nicht stand hielt. Drei Fahrer, unter ihnen der Erfurter Sebastian Lang, hatten sich wenige Minuten nach dem Startschuss abgesetzt. Zehn Kilometer vor dem Ziel übernahmen wieder die Sprinter-Teams das Kommando. (dpa)

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