Tour de France : Der fragliche Sieg

Ein neuer Doping-Fall im Radsport zeichnet sich ab. Tour-Gewinner Floyd Landis ist auf der 17. Etappe positiv auf Testosteron getestet worden.

Paris - Radsportprofi Floyd Landis war bei seinem Sieg der Tour de France offenbar gedopt. Wie sein Schweizer Rennstall Phonak-Team bestätigte, wurde der 30-jährige Amerikaner ausgerechnet nach seiner spektakulären Solofahrt auf der 17. Etappe nach Morzine positiv getestet. Man sei am Mittwoch vom Radsportweltverband UCI über einen ungewöhnlich hohen Testosteron/Epitesteroston-Wert des Amerikaners informiert worden, hieß es. Landis hatte mit seinem Sieg auf der letzten Alpen-Etappe in Morzine die Fachwelt überrascht, nachdem er noch am Tag zuvor einen schweren Einbruch erlitten hatte.

Phonak und Landis zeigten sich in einer ersten Stellungnahme "vollkommen überrascht". Vor weiteren Schritten will der Rennstall zunächst die B-Probe abwarten. Wann die Resultate zu erwarten sind, ist noch nicht bekannt. In Übereinstimmung mit dem Ethik-Codex der UCI zogen die Schweizer Landis sofort aus dem Verkehr. Der Amerikaner darf vorerst keine Rennen mehr bestreiten. Sollte auch die B-Probe positiv sein, drohen Landis die Aberkennung seines Tour-de-France-Sieges und eine Sperre.

Der Weltverband UCI hatte am Mittwochabend erklärt, dass es bei den Dopingtests während der dreiwöchigen Frankreich-Rundfahrt eine "anormale Probe" gegeben habe. Der nationale Verband, welcher die Lizenz ausstellt, sei schon informiert worden. Den Namen des Betroffenen darf die UCI laut Reglement nicht veröffentlichen, solange die B-Probe noch aussteht oder der Fahrer auf eine Gegenanalyse verzichtet. (tso/ddp)

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