Tour de France : Floyd Landis folgt Lance Armstrong

Der US-Amerikaner Floyd Landis hat die 93. Tour de France gewonnen. Dritter wurde T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden. Die Schlussetappe auf den Champs-Elysées gewann der Norweger Thor Hushovd.

Paris - Der Norweger Thor Hushovd hat mit dem Sieg auf der 20. Etappe von Sceaux-Antony nach Paris den Schlusspunkt unter eine spannende 93. Tour de France gesetzt. Der Radprofi vom Team Crédit Agricole, der auch den Prolog gewonnen hatte, setzte sich am Sonntag auf den Champs-Elysées im Massensprint durch und verwies die Australier Robbie McEwen (DVL) und Stuart O'Grady (CSC) auf die Plätze. Eric Zabel (MRM) war als bestem Deutschen einmal mehr kein Sieg bei einer Schlussetappe der Frankreich-Rundfahrt vergönnt.

Zuvor ließen es die Protagonisten über weite Strecken der 154,5 Kilometer entspannt angehen. Lockere Gespräche und Späße unter den Fahrern prägten das Bild auf der so genannten Tour d'Honneur, bei der Attacken tabu sind. Ob Levy Leipheimer, der sich kurzzeitig vom Peloton absetzte, um dann am Straßenrand seinen Kollegen zuzuklatschen, oder Juan Fletcher, der sich mit einer Maske des Antlitzes seines Teamkollegen Fabian Wegmann zeigte - die Stimmung war nach den Strapazen der vergangenen zwei Wochen gelöst und ausgelassen.

Letztmals richtig zur Sache ging es dann auf den die Tour traditionell abschließenden achteinhalb Runden auf den Champs-Elysées. Hier gab es zahlreiche Ausreißversuche, wobei sich einmal mehr Jens Voigt (CSC) hervortat. Schließlich hatten die Teams aber doch ihre besten Sprinter positioniert, und diese machten den Etappensieg auf dem Prachtboulevard unter sich aus.

Gesamtsieger und damit Nachfolger von Lance Armstrong wurde nach insgesamt 3653 gefahrenen Kilometern der US-Amerikaner Floyd Landis vom Phonak-Team. Aufs Podium schafften es außerdem der Spanier Oscar Pereiro Sio (CEI) und Andreas Klöden. «Andreas hat schon 2004 als Zweiter gezeigt, dass er ein klasse Rundfahrer ist. Er ist mit dem unfreiwilligen Druck gut klar gekommen und hat es jetzt unter die ganz Großen geschafft», sagte Klödens Stallgefährte im T-Mobile Team Matthias Kessler.

Insgesamt zeigte der Bonner Rennstall auch ohne den suspendierten Kapitän Jan Ullrich eine beherzte Tour, wie auch Kessler fand: «Wir können mit den drei Wochen mehr als zufrieden sein. Wir sind auch mit sieben Fahrern offensiv gefahren und haben uns oft vorne gezeigt.» Lohn der Mühen war der dritte Sieg in der Mannschaftswertung in Folge. «Nach drei schweren Wochen haben wir sie uns auch verdient - vor allem mit dem Handicap, nur mit sieben Fahrern gestartet zu sein», betonte Kessler.

Bester Bergfahrer wurde wie im Vorjahr das dänische Leichtgewicht Mickael Rasmussen (RAB), der Australier Robbie McEwen gewann nach 2002 und 2004 zum dritten Mal die Wertung des besten Spinters. Erfolgreichster Deutscher war hier der 36-jährige Eric Zabel mit einem glänzenden zweiten Rang. Im Kampf um das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers hatte Damiano Cunego (LAM) aus Italien gegenüber dem zweitplazierten Neusser Marcus Fothen (GST) das bessere Ende für sich.

(tso/ddp)

Das Ergebnis der Schlussetappe sowie die Gesamtwertung im Überblick finden Sie hier. ()

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