Tour de France : Menchov siegt in den Pyrenäen

Denis Menchov aus Russland hat die Königsetappe durch die Pyrenäen gewonnen. Der Amerikaner Floyd Landis übernahm das Gelbe Trikot.

Val d'Aran - Menchov (Rabobank) setzte sich auf dem elften Teilabschnitt über 206,5 Kilometer von Tarbes mit der Bergankunft in Val d'Aran im Schlusssprint vor den beiden US-Amerikanern Levi Leipheimer (Gerolsteiner) und Floyd Landis (Phonak) durch. Landis übernahm durch seinen dritten Platz und dank einer Zeitgutschrift von acht Sekunden das Gelbe Trikot des Gesamtführenden vom Franzosen Cyril Dessel (AG2R Prevoyance). Bester Deutscher wurde T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden, der zeitgleich mit zwei Konkurrenten und 1:31 Minuten Rückstand auf Platz neun ankam. Auch in der Gesamtwertung ist Klöden als Sechster mit 2:29 Minuten Rückstand nun bester Deutscher.

Landis reagierte auf die Übernahme der Führung im Gesamtklassement überraschend zurückhaltend: «Wir hatten von Anfang an gesagt, dass das Gelbe Trikot unser Ziel ist, aber noch ist Paris weit.» Für die nächsten Etappen forderte der einstige Teamkollege von Tourlegende Lance Armstrong, die Gesamtführung zu verteidigen. «Ich wollte das Gelbe Trikot haben und wusste, dass es sehr schwer werden würde», so der US-Amerikaner. Ziemlich geschafft wirkte demgegenüber T-Mobile-Kapitän Klöden, der gestand: «Mich haben zum Schluss Krämpfe geplagt. Ich konnte am Ende leider nicht mehr mithalten. Ich hoffe mich zu erholen und muss mal schauen, wie es morgen geht.»

Auf der Strecke hatte sich schon früh eine gut funktionierende Spitzengruppe gebildet, die den Col du Tourmalet zu viert überquerte. In der Gruppe vertreten waren Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner sowie die drei Spanier David De la Fuente (Saunier Duval-Prodir), Juan Antonio Flecha (Rabobank) und Iker Camaro (Euskaltel-Euskadi). Für den weiten Weg nach Pla-de-Beret war die Gruppe aber zu klein. Im Anstieg auf den Col de Peyresourde zerfiel die Allianz. Wegmann konnte dennoch viele Punkte auf das Bergtrikot gut machen.

Mayo scheidet aus

Viele hoch gehandelte Profis mussten auf der bisher härtesten Etappe der 93. «Großen Schleife» durch Frankreich die Waffen strecken. Es erwischte unter anderen den spanischen Bergspezialisten Iban Mayo (Euskaltel-Euskadi) und den Italiener Giovanni Lombardi vom Team CSC, die aus der Tour ausschieden. Die Klassementfahrer übernahmen vor dem Col du Portillon, dem vorletzten Anstieg bei Kilometer 150, die Regie und es entwickelte sich ein heißer Kampf zwischen Klöden und Landis, die lange Zeit den stärksten Eindruck machten.

Am letzten Anstieg nach Pla-de-Beret gab es dann eine Attacke von Damiano Cunego (Lampre-Caffita) und David Arroyo (Caisse D'Epargne), die der Gruppe der Favoriten entwischen konnten, aber noch vor dem echten Anstieg gestellt wurden. Auf das Hochplateau ging es schließlich in einer Gruppe von 19 Fahrern, die sich durch mehrere Tempoverschärfungen immer weiter verkleinerte. Bei der letzten Bergwertung bestand die Gruppe nur aus drei Fahrern, den Etappenbesten Menchov, Leipheimer und Landis. Auf der Zielgeraden sprinteten alle um den Sieg, wobei der Russe Menchov das glückliche Ende für sich hatte.

Am Donnerstag geht es bei der Frankreich-Rundfahrt weiter durch die Pyrenäen. Von Luchon führt die Strecke über 211,5 Kilometer nach Carcassonne, allerdings gibt es keine ganz extremen Anstiege, es steht nur eine Bergwertung zweiter Kategorie auf dem Programm. Gespannt sein darf man am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, auf die Radprofis des Gastgeberlandes, die an diesem Tag traditionell stark auftrumpfen. (Von Sven Wierskalla, ddp)

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