Sport : Tour de France: Millar erlebt eine Schrecksekunde

Tom Steels wird für Erik Zabel bei der Tour de France langsam zum roten Tuch. Genau wie am Vortag wurde Zabel von dem Belgier der Sieg im Massensprint vor der Nase weggeschnappt. Der dreimalige Etappensieger des Vorjahres, der im Ziel der 3. Etappe in Nantes nach 161,5 km seinen zweiten Tageserfolg hintereinander feierte, erwies sich wieder als Schnellster aller 177 Fahrer. Zabel, der die vergangenen zwei Jahre in Bezug auf Etappensiege bei der Tour leer ausging, musste wie am Sonntag mit Rang drei zufrieden sein. Zweiter wurde der Träger des Bergtrikots, Marcel Wüst (Köln), der sich von Tag zu Tag steigert. Der Berliner Jens Voigt hatte dem Rennen als Ausreißer an der Seite des Dänen Michael Blaudzun 122 km lang den Stempel aufgedrückt. Zwölf Kilometer vor dem Ziel wurden beide gestellt.

Eine Schrecksekunde hatte der Träger des Gelben Trikots, der Schotte David Millar, zu überstehen. Er stürzte kurz hinter der 2000-m-Marke vor dem Ziel, konnte sich aber wieder ans Ende des Feldes heranarbeiten und wurde neun Sekunden hinter dem Tagessieger gewertet, genau wie Jan Ullrich und Vorjahressieger Lance Armstrong (USA). Damit verteidigte er sein Gelbes Trikot. Der Schweizer Meister Markus Zberg verletzte sich bei dem Sturz schwer. Ansonsten konnten die Favoriten für das Gesamtklassement ihre Kräfte für das schwere Mannschaftszeitfahren heute von Nantes nach St. Nazaire schonen.

Auf den letzten 20 Kilometern wurden vor allem die Cofidis-Fahrer, die das Gelbe Trikot Millars erfolgreich verteidigten, und die Mapei-Fahrer, die ihrem Topsprinter Steels alle Chancen lassen wollten, stark beansprucht. Ullrich, weiter Vierter im Gesamtklassement, war in der Schlussphase an der Spitze zu sehen, ohne dass er unmittelbar Führungsarbeit leistete. Armstrong konnte sich den ganzen Tag über erfolgreich "verstecken". Er fährt weiter mit vier Sekunden Abstand zu dem Schotten Millar auf Rang zwei.

Jens Voigt stand bei zum Teil strömendem Regen lange im Mittelpunkt des Geschehens der 3. Etappe. Zusammen mit dem Dänen Michael Blaudzun hatte der in Diensten bei Credit Agricole fahrende Berliner sein Heil in der Flucht nach vorne gesucht. Nach 27 km setzte sich das Tandem ab, bald schon war der Vorsprung so groß, dass Voigt theoretisch im Gelben Trikot fuhr und von seinem ersten Tour-Etappensieg träumen konnte. Aber wie am Vortag Dekker und Durand kamen auch Voigt und Blaudzun nicht durch.

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