Tour de France : Schwerer Sturz von Paul Voss

Die bisher erdrückende Dominanz der deutschen Radprofis bei der 101. Tour de France ist auf dem Weg von Epernay nach Nancy gebrochen worden. Beim Sieg des Italieners Matteo Trentin stürzte Paul Voss zudem schwer.

Der Italiener Matteo Trentin holte am Freitag den ersten Etappensieg für die Tony-Martin-Mannschaft und fügte dem unglücklichen Slowaken Peter Sagan eine weitere schmerzliche und knappe Niederlage zu. Der Kapitän des italienischen Cannondale-Teams unterlag im Ziel der siebten und zweitlängsten Etappe nach 234,5 Kilometern nur um Zentimeter.

Spitzenreiter Vincenzo Nibali, der am Samstag bei der ersten „kleinen“ Bergankunft der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt in Gérardmer Farbe bekennen muss, hatte keine Mühe, sein Gelbes Trikot zum fünften Mal zu verteidigen. Die letzten Anstiege auf dem Weg nach Nancy nahm er leichtfüßig. Paul Voss erlitt im Zielbereich bei einem schweren Sturz Gesichtsverletzungen und wurde nach Passieren der Linie mit dem Krankenwagen gleich zur Untersuchung gebracht.

Für die bereits viermal erfolgreichen deutschen Sprinter Marcel Kittel (drei) und André Greipel (eine Etappe) war das Finale am Freitag etwas zu anspruchsvoll. Zwei Steigungen der vierten und harmlosesten Kategorie mussten 17 und fünf Kilometer vor dem Ziel genommen werden. Dort hatte Sagan kurz vor dem Kulminationspunkt attackiert und fuhr zunächst alleine mit dem Belgier Greg van Avermaet Richtung Ziel. Dann kam aber das rasende Feld und Sagan hatte im Endeffekt im Schlussspurt ein bisschen weniger Kraft als Trentin, für den Martin auf den letzten Kilometern vorbildliche Arbeit geleistet hatte.

„Heute hat sich die ganze Arbeit endlich ausgezahlt. Wir waren auch nach dem Cavendish-Aus immer motiviert. Matteo war unser Joker - wir wussten, dass er gut über die Berge kommt. Ich bin sehr stolz auf ihne“, sagte Martin.
Auf den letzten 800 Meter der kurvenreichen Zielpassage in Nancy hatte es zwei Stürze gegeben, in die neben Voss auch der US-Profi Andrew Talansky verwickelt war. Davor war sein Landsmann Tejy van Garderen zu Fall gekommen und verlor im Ziel fast eine Minute auf den Tagessieger. Er blutete an der rechten Körperseite.

Zwei von sechs Ausreißern, unter ihnen der Pole Bartosz Huzarski aus der deutsche NetApp-Endura-Mannschaft, waren 19 Kilometer vor dem Ziel gestellt worden.

Normalerweise hätte das Profil der siebten Etappe das ideale Tearrain für John Degenkolb sein können. Aber der angeschlagene Thüringer aus dem Marcel-Kittel-Team muss weiter auf den ersten Tour-Etappensieg seiner Karriere warten. „Ich habe ein tiefes Hämatom im Gluteus Maximus, dem größten Muskel des Körpers. Ich habe Schmerzen vom Hintern bis in die Wade. Ich kann nicht voll belasten. Man kann nichts machen und nur warten, bis es besser wird“, hatte der Gent-Wevelgem-Sieger am Vortag in Reims die Verletzungsfolgen seines Sturzes auf der Arenberg-Etappe über Paris-Roubaix-Kopfsteinpflaster geschildert. „Ich freue mich auf den ersten Ruhetag am Dienstag“. (dpa)

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