Sport : Tour de France: "Ullrich fürchte ich am meisten" (Interview mit Lance Armstrong)

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Lance Armstrong (28) wiederholte in diesem Jahr seinen Vorjahressieg bei der Tour de France.



Wie fällt Ihr abschließendes Urteil über Jan Ullrich, den Zweiten, aus?

Er wurde immer besser, je länger das Rennen dauerte. Ich mag Jan sehr und respektiere ihn genauso. Auf den Bergetappen, auf denen er Schwächen hatte, hat er sich dennoch gequält und gelitten wie ein wahrer Champion. Ich habe große Achtung vor seinem Talent. Für mich ist er der Rivale im Peloton, den ich am meisten fürchte, und er wird es in den nächsten Jahren bleiben.

Im nächsten Jahr, Mitte Juni, wird dann wieder diskutiert: Wer sind die großen Favoriten für die Tour?

Jan Ullrich wird dabei sein - wenn er dann nicht sogar der Topfavorit ist.

Welche war die bedeutendste Etappe, welche die kritischste?

Schwer zu sagen. Hautacam war eine große Überraschung für mich wegen des großen Vorsprungs vor meinen Rivalen. Aber auch das Zeitfahren war eine Besonderheit. Niemand hatte gedacht, dass ich gewinnen würde. Der zweite Teil der Frage ist leicht zu beantworten. Joux-Plane hat alle meine ähnlichen Äußerungen in den letzten zehn Jahren zerstört: Das war wirklich der härteste Tag in meinem Leben auf dem Rad. Ich war leer, hatte keine Energie, kein Benzin.

Wie fällt der Vergleich der beiden Toursiege aus?

Diese Tour war härter als letztes Jahr. Physisch, athletisch. Ich bin müder. Psychisch aber war sie viel einfacher. Ich musste nicht die Kontroversen (über Doping, Anm. d. Red.) und die Verdächtigungen des letzten Jahres ertragen. Ich habe, anders als letztes Jahr, den Kopf frei - für meine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele.

Wie bedeutend ist für Sie Sydney?

Es werden meine dritten Olympics sein. Es ist schon so lange her, seit ich in Barcelona war. Als Amateur. In Atlanta steckte bereits die Krankheit in meinem Körper. In Sydney habe ich mit dem Zeitfahren einen Wettbewerb, den ich gewinnen kann. Die Goldmedaille wäre, ein Highlight in meiner Karriere.

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