Tour de Ski : Angerer verpatzt Auftakt

Mitfavorit Tobias Angerer musste gleich zum Auftakt der Tour de Ski der Langläufer einen Dämpfer hinnehmen. Der Gesamt-Weltcupsieger des Vorjahres schied schon im Prolog zum Sprint im Münchner Olympiastadion aus.

München - Die Enttäuschung hielt sich beim Vachendorfer allerdings in Grenzen. "Die Tour de France wird auch nicht im Prolog entschieden", meinte der 29-Jährige. Die Sprint-Spezialisten seien auf der flachen Strecke durch das berühmte Stadion extrem bevorteilt gewesen, betonte er. "Sie haben keine Distanzrennen in den Beinen. Außerdem wurde beim Prolog nur eine 800-Meter-Schleife gelaufen. Es ist schon ein Unterschied, ob du so eine kurze Strecke hast oder auch noch eine zweite Runde laufen musst."

Besser lief es für Claudia Künzel aus Oberwiesenthal und Evi Sachenbacher-Stehle aus Reit im Winkl, die sich immerhin bis ins B-Finale kämpften und schließlich die Ränge acht bzw. elf belegten. "Das ist mein bestes Saison-Ergebnis, also kann ich zufrieden sein", erklärte Künzel. Den Sieg in München sicherte sich die dreifache Weltmeisterin Marit Björgen aus Norwegen vor Arianna Follis (Italien) und der kanadischen Sprint-Olympiasiegerin Chandra Crawford. Bei den Männern gewann der Schweizer Christoph Eigenmann vor dem Kanadier Davon Kershaw und Roddy Darragon aus Frankreich.

"Wichtig ist die Endabrechnung"

Bundestrainer Jochen Behle reagierte gelassen auf das schwache Abschneiden seines Männer-Teams. "In Oberstdorf werden wir versuchen, uns die verlorenen Sekunden zurückzuholen", kündigte er an. Im Allgäuer WM-Ort von 2005 stehen am Dienstag und Mittwoch zwei Distanzrennen auf dem Tour-Programm. Auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), fügte beruhigend hinzu: "Ich sehe das nicht so tragisch. Wichtig ist die Endabrechnung und da wäre es schön, wenn Tobias Angerer ein Wörtchen mitreden könnte."

Einhellig gelobt wurden die Organisation und die Atmosphäre in München, obwohl nur 6500 Zuschauer in das mit rund 70.000 Plätzen ausgestattete Olympiastadion gekommen waren. "Die Stimmung war genial, obwohl ich schon gehofft hatte, dass noch mehr Leute kommen", meinte Evi Sachenbacher-Stehle. Und DSV-Chef Hörmann ergänzte zufrieden: "Es ist ein gelungener Auftakt für die Tour." (Von Kathrin Zeilmann, dpa)

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