Tour de Ski : Teichmann siegt - und bleibt skeptisch

Die Freude über den zweiten Tagessieg bei der Tour de Ski war kurz. Schon Minuten nach seinem Erfolg über 15 Kilometer im klassischen Stil kehrte die Skepsis ins Gesicht von Axel Teichmann zurück - denn entscheidend ist der Neujahrssprint.

Gerald Fritsche[dpa]
Teichmann
Siegt in Nove Mesto: Der Thüringer Axel Teichmann. -Foto: dpa

Nove MestoAxel Teichmann hat sich bei der Tour de Ski im tschechischen Nove Mesto am Mittwoch eindrucksvoll im Kreis der Siegkandidaten zurückgemeldet. Doch mit den Gedanken war der Thüringer nach dem Erfolg schon im neuen Jahr. "Der Sprint am Neujahrstag entscheidet darüber, ob ich mir noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen kann", sagte der Bad Lobensteiner, nachdem er mit einem fulminanten Rennen in der Gesamtwertung auf Platz drei gestürmt war. Nach dem letzten Wettbewerb des Jahres 2008 betrug sein Rückstand auf den Führenden Dario Cologna aus der Schweiz nur noch 16,5 Sekunden.

Bei den Frauen demonstrierte die Finnin Virpi Kuitunen über 10 Kilometer ihre Extraklasse in der klassischen Technik. Sie lief auf ihre zweitplatzierte Teamkollegin Aino Kaisa Saarinen über eine halbe Minute heraus und übernahm das Rote Trikot der Führenden. Im deutschen Team überzeugte erstmals in diesem Winter Katrin Zeller (Oberstdorf) als Zwölfte. Dagegen büßten Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) und Claudia Nystad (Oberwiesenthal) in der Gesamtwertung Boden ein.

"Ab jetzt alle für Axel"

"Unsere Taktik sah vor, von Beginn an Druck zu machen. Axel hatte zwar nicht immer die Bestzeit, aber er war stets im Bilde und auf einer Wellenlänge mit den Führenden", sagte Heimtrainer Cuno Schreyl. Dabei gab es auch eine heikle Situation zu überstehen. Der Russe Wassili Rotschew, Zweiter in der Gesamtwertung, hatte sich an Teichmanns Fersen geheftet und folgte ihm wie ein Schatten. "Er hat nie die Führungsarbeit übernommen, aber was sollte ich machen? Ich musste mein Tempo laufen", erzählte Teichmann, der aber den Russen unbewusst zermürbte. Als dieser die letzten 3,3 Kilometer allein laufen musste, verlor er 32,7 Sekunden.

Dabei hatte der Bad Lobensteiner kein besonders gutes Gefühl am Start. "Mein Ski war ziemlich glatt, wir mussten viel Wachs auftragen. Erst in den letzten beiden Runden ging es richtig gut", sagte der zweimalige Weltmeister.

Ob er sich auf den beiden letzten Etappen in Val di Fiemme auf ein starkes Team verlassen kann, bleibt fraglich. Am Mittwoch machte sich bei Tobias Angerer wieder eine leichte Erkältung bemerkbar. "Es ging sehr zäh, ich fühle mich nicht sonderlich", sagte der Vachendorfer, der 38. wurde. Der in der Gesamtwertung auf Rang 16 vorgerückte Jens Filbrich (Frankenhain) kündigte an: "Ab jetzt alle für Axel."

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