• Tour de Suisse: Schweizer Gold ist unwichtig - für Jan Ullrich steht die Vorbereitung auf Frankreich im Vordergrund

Sport : Tour de Suisse: Schweizer Gold ist unwichtig - für Jan Ullrich steht die Vorbereitung auf Frankreich im Vordergrund

Radprofi Jan Ullrich fährt weiter im Goldenen Trikot des Spitzenreiters bei der Tour de Suisse. Der siebte Tagesabschnitt von Locarno nach Lugano über 170,7 Kilometer stand gestern ganz im Zeichen der rund 43 Kilometer langen Alleinfahrt des Italieners Marco Fincato. Er erreichte das Ziel mit einem Vorsprung von 21 Sekunden auf die Verfolger Salvatore Comesso (Italien) und Marten den Bakker (Niederlande). Als Scharfrichter der Tour sieht Ullrich nun die kommenden zwei Etappen an. "Es geht nicht unbedingt um den Gesamtsieg bei der Schweizrundfahrt. Wichtig ist die optimale Vorbereitung auf die Tour de France", wehrte der Tour-de-France-Sieger von 1997 alle voreiligen Glückwünsche vor der am Donnerstag zu Ende gehenden Rundfahrt ab. "Ich habe aber auch keine Angst vor den Angriffen der Konkurrenz", fügte er hinzu. "Ich habe nur ein wenig Sorge, dass die Mannschaft zu schwer belastet wird", sagte Ullrich. Seine Teamkollegen kontrollierten jederzeit das Geschehen und machten bei großer Hitze in den Bergen jeden Vorstoß von Ullrichs stärksten Konkurrenten zunichte. "Bei den letzten beiden Anstiegen war das Team schon sehr gefordert. Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf", äußerte Ullrich. Oscar Camenzind, der mit 16 Sekunden Rückstand auf Ullrich Rang drei des Gesamtklassements hinter dem Italiener Eddy Mazzoleni belegt, bezweifelt die Beteuerungen des Telekom-Teams, den Gesamtsieg nicht unbedingt anzustreben: "Wenn sie das Goldene Trikot nicht behaupten wollten, würden sie nicht jeden Vorstoß attackieren", sagte der Schweizer.

Unterdessen hat Erik Zabels großer Sprintrivale Mario Cipollini seinen Start für die Tour de France abgesagt. Der 33-jährige Italiener laboriert noch an den Folgen eines Trainingssturzes, bei dem er sich zwei Rippen angebrochen und Verletzungen im Gesicht erlitten hatte, die genäht werden mussten. Nun will sich der viermalige Tour-Etappensieger des vergangenen Jahres auf die Spanien-Rundfahrt und die Olympischen Spiele in Sydney konzentrieren.

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