Sport : Tour de Suisse: Ullrich bleibt ganz cool

Der 27-jährige Saeco-Profi Francesco Secchiari hat am Mittwoch mit einem Solo die 9. Etappe der Tour de Suisse von St. Moritz nach Arosa über 190 km für sich entschieden. Der Italiener kam mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor einer Verfolgergruppe ins Ziel. In der Gesamtwertung behauptete Oscar Camenzind einen Tag vor Abschluss der Rundfahrt die Führung und steht damit vor dem Gesamtsieg.

Der Schweizer erreichte gemeinsam mit den wichtigsten Spitzenfahrern der Rundfahrt gut achteinhalb Minuten nach dem Tagessieger das Ziel. Camenzind hatte sich bei vielen Attacken nicht abschütteln lassen. Auch Telekom-Kapitän Jan Ullrich (Merdingen) war bis zum Ende der Etappe im Bilde und büßte nur wenige Sekunden auf Camenzind ein. In der Gesamtwertung rutschte Ullrich auf Rang fünf ab. "Der Gesamtsieg ist nicht mein Ziel, ich ordne alles der Tour de France unter", hatte Ullrich stets erklärt.

Am "Tag der Entscheidung" hatte Ullrich bei seinem Formaufbau für die "Große Schleife" auf dem bergreichen vorletzten Tagesabschnitt erneut einen guten Tag. Vor allem auf den letzten schweren Kilometern hinauf nach Arosa ließ sich er sich nicht von den ständigen Rhythmus-Wechseln der in der Gesamtwertung vorn Liegenden nervös machen und blieb konsequent in der Nähe von Spitzenreiter Camenzind und dessen Herausforderer Dario Frigo und Wladimir Belli aus Italien.

Bereits auf dem Weg zur ersten Bergwertung des Tages, dem 2383 m hohen Flüela-Pass, hatte sich bei erneut enormer Hitze eine zehn Fahrer zählende Spitze auf den Weg gemacht, die bis zu elf Minuten Vorsprung herausarbeitete. Bestplatzierter der Ausreißer war der Österreicher Matthias Buxhofer, der in der Gesamtwertung 26 Minuten zurück lag. Für die Spitzenfahrer bestand daher kein Grund zum Reagieren.

Erst beim Beginn des 25 km langen Anstiegs zum 1738 m hohen Ziel in Arosa hatte sich Secchiari aus der Gruppe abgesetzt. Auch im verfolgenden Hauptfeld begannen die Spitzenfahrer auf dem letzten Anstieg mit Attacken, um in der Gesamtwertung noch Veränderungen zu erreichen. Der Franzose Richard Virenque und Belli verschärften das Tempo, aber Camenzind und auch Ullrich hatten keine Mühe, immer wieder zu kontern und den Anschluss zu halten. Erst sechs Kilometer vor dem Ziel hielt sich Ullrich mit seinen Begleitern aus den ständigen Angriffen heraus und ließ Camenzind, Wladimir Belli und Dario Frigo, die um den Gesamtsieg kämpfen, ziehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben