Tourenwagen-Masters : Das Beste zum Schluss

DTM: Green gewinnt nach spannendem Finish

Karin Sturm

Nürnberg - Es ist ein bisschen wie das deutsche Monaco. Das Rennen auf dem Nürnberger Norisring ist das alljährliche Highlight der DTM-Saison – und ein Sieg dort, vor diesmal wieder über 130 000 Zuschauern, natürlich auch immer eine große Prestigefrage. Der Kampf um Platz eins war des großen Rahmens am Sonntag auf jeden Fall würdig: Die Tourenwagen-Meisterschaft erlebte im dritten Saisonrennen ihr dramatischstes Finish seit ewigen Zeiten – mit nur 2,6 Sekunden Abstand zwischen dem Sieger Jamie Green im Mercedes-Jahreswagen und dem am Ende nur viertplatzierten Timo Scheider im Audi, der lange geführt hatte. Nur 3,8 Sekunden lagen am Ende zwischen Green und dem Siebten, Paul di Resta. So war Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich am Ende die Enttäuschung durchaus anzusehen, während Mercedes-Sportchef Norbert Haug jubeln konnte: „Das war wohl das beste DTM-Rennen aller Zeiten und wir haben es gewonnen, fantastisch“, sagte Haug.

Bis zur vorletzten Runde schien der Sieger Audi zu heißen. Doch dann konnte Jamie Green den eindeutig höheren Rennspeed des Mercedes noch umsetzen, lehnte sich einmal leicht in typischer Tourenwagen-Manier am Audi an, um dann in der nächsten Ecke außen vorbeizugehen und den Sieg nach Hause zu fahren – während Scheider noch hinter Bruno Spengler und seinen Audi-Markenkollegen Mattias Ekström zurückfiel. Trotzdem behielt Scheider die Meisterschaftsführung mit einem Punkt vor Spengler.

„Sogar ich bin ein bisschen überrascht, dass das mit dem Sieg wieder geklappt hat“, sagte Green. Bereits im Vorjahr hatte er in Nürnberg gewonnen. Die Audis hingegen waren seit 2002 nicht mehr auf dem Norisring erfolgreich. Mercedes konnte sich darüber hinaus noch über eine geschlossene Mannschaftsleistung freuen: Fünf Autos landeten unter den ersten Sieben. Ralf Schumacher absolvierte unterdessen das bisher mit Abstand beste Wochenende seiner DTM-Karriere: Als Sechster fuhr er zum ersten Mal in dieser Saison in die Punkte. „Vielleicht wäre sogar noch ein bisschen mehr drin gewesen, wenn ich von weiter vorn gestartet wäre“, sagte der von Platz acht ins Rennen gegangene Ex-Formel-1-Pilot, der wie Green und Marto Engel eigentlich ins Top-4-Qualifying gekommen wäre. Aber ein Regelverstoß verhinderte das: Schumacher fuhr zu viele Qualifikationsrunden. Dennoch war er zufrieden: „Insgesamt war es ein sehr gutes Wochenende – und gerade hier ist das natürlich besonders schön.“

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